Mit Wimbledon hatte das nichts zu tun. Optisch greller und ein ganz anderes Publikum.
Aber allein, dass Federer im Viertelfinale gegen Isner den Matchball im Tiebreak mit einem Netzroller verwandelt hat, lohnte die Sache.
Auch der schluchzende Del Potro an Federers Schulter, nach dem nervenaufreibenden Marathon im Halbfinale, war einer dieser besonderen Momente.
Aber gerade dieses Halbfinale, das viereinhalb Stunden dauerte, dürfte Federer zu viel an mentaler und physischer Kraft gekostet haben und war neben einem entschlossenen Gegner, mit der Grund, warum er im Finale um Gold, das über fünf Gewinnsätze ausgetragen wurde, nicht gut spielte.
Für Murray ging es von Beginn der Spiele und schon lange vorher nur um Gold. Vier Wochen nach seiner Niederlage gegen Federer bekam er seine zweite Chance in einem Finale in Wimbledon.
Der Schotte hat es geschafft, aus der Wimbledon-Niederlage das Positive mitzunehmen und ging mental gestärkt in das scheinbar wiedererstandene Turnier und es sah spätestens nach seinem Sieg über Djokovic im Halbfinale danach aus, als ob nichts ihn stoppen könnte.
Murray hat nun in Wimbledon gewonnen, ohne Wimbledon gewonnen zu haben. Er hat jetzt endlich, wenn man so will, einen bedeutenden Sieg. Eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen im eigenen Land. Es ist zwar kein Grand-Slam-Titel, aber man wird jetzt, wenn das überhaupt möglich ist, noch mehr von ihm reden, als sowieso schon.
Das ist ein Amateurfoto von der Qualifikation in Cincinnati letzten Samstag.
Ernests hat in der ersten Runde gegen Lu verloren. Was man so hört, hat er immer noch oder wieder Probleme mit der Schulter. Was ihn nicht davon abhält, es mit einer weiteren Qualifikation in Winston Salem zu versuchen.
Für die erste Runde hat er ausgerechnet Dominic Thiem zugelost bekommen. Gulbis dürfte ihn gut kennengelernt haben, denn Thiem wird seit Jahren von Günter Bresnik betreut, der sich seit ein paar Monaten auch um Ernests kümmert. Dem jungen Österreicher wird grosses Talent nachgesagt, aber er hat bisher den Durchbruch noch nicht geschafft.
Was gibt es sonst noch vom Tennis?
Nadal hat nach den Olympischen Spielen, Toronto und Cincinnati, auch die US Open abgesagt. Keine zu grosse Überraschung, denn es war klar, dass er ohne Vorbereitung dort nicht spielen würde.
Der Goldmedaillengewinner Andy Murray war einer der ersten, die von Nadals Absenz profitierten. Dennoch hat er in Cincinnati sehr eindeutig gegen Chardy verloren. Der Franzose kam als Lucky Loser ins Turnier. Ein Beweis, wie gross die Leistungsdichte bei den Spielern ist.
Gulbis muss vergessen haben, wie das zugeht oder es war anders, als er für kleine Turniere die Qualfikation spielte.*
Ich hatte mich erst vor kurzem darüber gewundert, dass Dustin Brown in Gstaad zwei Qualifikationsmatches am selben Tag spielen musste und am nächsten Tag nochmal eines. Er hat die Qualifikation dann tatsächlich geschafft und kam sogar in die zweite Runde. Lediglich 32 Punkte gab es dafür.
Kein Wunder, dass immer die selben Spieler an der Spitze stehen, wenn man die Konkurrenz schon im Vorfeld fertig macht. Und talentierte junge Spieler stecken auf die Art viel zu lange auf der Challengertour fest, wenn sie nicht schon vorher mürbe werden.
In Cincinnati einem 1000er-Turnier, mussten die Qualfikanten nur zwei Matches gewinnen. Auch bei 500er-Turnieren sind es nur zwei Matches. Lediglich bei Grand-Slam-Turnieren sind es auch drei.
*Es war nicht anders. Er hat nur einmal die Qualfikation für ein 250er-Turnier gepielt. 2007 in Sydney.
Ich habe schon ein wenig den Überblick verloren, wen er alles geschlagen hat.
Janowicz war erwartet schwierig, hier ein Foto vom Match, auch der argentische Sandplatzschinder Berlocq in der ersten Runde im Hauptfeld dürfte kein Vergnügen gewesen sein.
Das erste Match, das man sehen konnte, war das gestern gegen den aufschlagstarken 2,03 m grossen Kevin Anderson. Gulbis wirkte sehr entschlossen. Führte nach gewonnenem ersten Satz im zweiten mit Break 3-2, nur um seine ersten Doppelfehler zu produzieren und Anderson mit einem Rebreak aufzubauen.
Danach hatte er immer wieder Probleme den Aufschlag zu halten. Gewann den Tiebreak aber überlegen.
Heute geht es gegen den Spanier Marcel Granollers, den alle nur Gruntollers nennen, weil er unbeschreibliche Geräusche von sich gibt und auch sonst eher eine unangenehme Art auf dem Platz hat.
Mir gefällt das Video auch nicht, aber aus anderen Gründen. Die beiden Frauen sind, anders als die im letzten Filmchen, furchtbar schlechte Schauspielerinnen.
Sehe gerade, dass es die selben sind. Sie schauen irgendwie sehr anders aus.
Schlimmer finde ich, dass denen anscheinend rein gar nichts Neues einfällt.
Gulbis gewann den ersten Satz relativ locker. Auch, dass er nach einer Regenpause den Satz ausservieren musste, beeinträchtigte ihn nicht.
Man kann es auf die vielen Matches ohne Unterbrechung schieben, dass sich danach immer mehr Fehler einschlichen. Vielleicht zogen die Regenunterbrechungen alles zu sehr in die Länge für ihn. Gulbis bekam im zweiten Satz zwar von Granollers sofort die Chance zum Rebreak, aber er konnte keinen einzigen der drei aufeinanderfolgenden Breakbälle nutzen.
Gulbis stemmte sich mit aller Macht gegen den Satzverlust, wehrte in etwa 5 Satzbälle ab. Danach musste der Schläger dran glauben.
Es war klar, dass der dritte Satz für ihn noch schwieriger werden würde. Man braucht nicht viel Phantasie um zu ahnen, dass Gulbis langsam die vielen Matches ohne Pause spüren musste. Der Spieler wird einen Tick langsamer und der Kopf ist auch nicht mehr frisch. Für den Spanier war es erst das zweite Match. Als gesetzter Spieler hatte er Freilos.
Die Spieler bei Olympia fanden das Turnier dort hart, weil sie wegen des Formats jeden Tag spielen mussten. Federer meinte dazu noch, dass bei Best-of-3 fünf schlechte Minuten reichen würden, um ein Match zu verlieren.
Eine gute Sache hat die Niederlage dann doch, er kommt früh genug nach New York, um sich an die Bedingungen dort zu gewöhnen.
Warum so viele Spieler aus den Top-30 die Woche vor den US Open unbedingt noch bei einem 250er-Turnier antreten, ist mir ein Rätsel. Vielleicht können sie es sich tatsächlich finanziell nicht leisten zu pausieren. Dass Tsonga und Isner, beide Top-10, ein dickes Antrittsgeld bekommen, steht ausser Frage. Aber müssten die US Open ihnen nicht wichtiger sein?
Ich bin nicht ganz sicher, ob ich mit Gulbis übereinstimme, was Challengerturniere angeht. Er will sich lieber über die Qualifikation ins Hauptfeld von ATP-Turnieren arbeiten.
Mit schon fünf Siegen hätte er bei einem Challenger den Titel gewonnen und 90 Punkte gemacht. Für seine drei Qualifikationmatches und die drei weiteren im Hauptfeld bekommt er insgesamt wohl nur 25 Punkte.
Wahrscheinlich spielt bei seiner Entscheidung auch mit rein, dass er bei Challengerturnieren als Spieler, der an der Schwelle zu den Top-10 war, ein Exot wäre und die oft miserablen Bedingungen dort, dürften ihn auch abturnen. Es kann auch sein, dass die kommenden Challengerturniere einfach ungünstig sind.
Aber es stimmt schon, dass es einige Spieler gibt, die sich ihre Punkte fast ausschliesslich auf der Challengertour zusammenspielen. Ich erinnere mich an einen Artikel der thematisierte, dass ein Spieler in den Top-100 war, ohne dafür einen Top-100-Spieler geschlagen zu haben. Ich glaube, es war Gimeno-Traver.
Talentierte junge Spieler bleiben oft zu lange in der Challengerhölle hängen. Wie lange hat Dimitrov gebraucht, um in die Top-100 zu kommen!
Wenn Verletzungen einen Spieler zurückwerfen, spielen sie oft lieber Challenger, weil sie sich langsam Matchpraxis holen wollen, bevor sie gegen stärkere Gegner spielen.
Dieses Jahr hat Florian Mayer, der, wenn ich mich richtig erinnere, noch Challenger spielte, als er schon lange das Ranking für ATP-Turniere hatte, zu aller Überraschung ein Challengerturnier gespielt und gewonnen. Jeder dachte, er will die Punkte holen, um sich für Olympia zu qualifizieren, aber er hatte wohl einen anderen Grund.
Verrückter war der Fall von Fernando Verdasco, der aus heiterem Himmel nach Roland Garros und vor Wimbledon noch ein Challenger auf Sand spielte und dort in der ersten Runde gegen einen Spieler jenseits der Top-500 verlor.
Hoffen wir also, dass Gulbis es auf seine Art schafft, zurück in die Top-100 zu kommen. Aber es wäre keine Schande, den Weg über die Challenger zu gehen. Baghdatis hat es gemacht und Andre Agassi auch.
[1]R.FEDERER v D.YOUNG
[Q] v B.PHAU
A.RAMOS v [WC]R.GINEPRI
R.MACHADO v [25]F.VERDASCO
[23]M.FISH v G.SOEDA
N.DAVYDENKO v [Q]
I.KARLOVIC v [Q]
M.RUSSELL v [16]G.SIMON
Donald Young kann einem leid tun. Eben erst hat er in Winston Salem sein erstes Match nach 17 Erstrundenniederlagen gewonnen. Sage einer, es gibt kein Pech.
Sonst gibt es hier nichts weiter zu sagen.
[11]N.ALMAGRO v R.STEPANEK
N.MAHUT v P.PETZSCHNER
B.KAVCIC v F.CIPOLLA
[WC]J.SOCK v [22]F.MAYER
[27]S.QUERREY v Y.LU
R.RAMIREZ HIDALGO v S.DEVVARMAN
D.ISTOMIN v J.ZOPP
D.GOFFIN v [6]T.BERDYCH
Wie immer, treffen zu oft extrem schlagbare und langweilige Gegner aufeinander, während andere, interessantere und bessere Spieler das Pech haben früh aufeinander zu treffen.
Goffin vs. Berdych.
Mahut vs. Petzschner.
Alle vier würde man lieber weiterkommen sehen, als ...
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[3]A.MURRAY v A.BOGOMOLOV JR.
[Q] v I.DODIG
T.BELLUCCI v P.ANDUJAR
R.HAASE v [30]F.LOPEZ
[24]M.GRANOLLERS v [WC]D.KUDLA
L.LACKO v [WC]J.BLAKE
P.MATHIEU v I.ANDREEV
S.GIRALDO v [15]M.RAONIC
Kann man Gold in einen Grand-Slam-Titel verwandeln?
2011 in Miami hat Bogomolov den Schotten in der ersten Runde geschlagen. Aber Murray hat das schon lange ausgeglichen.
Falls das Aufschlagmonster Raonic auf Murray trifft, würde ich nicht auf Murray setzen. Aber vielleicht stoppt Mathieu ihn vorher.
[12]M.CILIC v M.MATOSEVIC
[Q] v A.UNGUR
[Q] v [Q]
[Q] v [17]K.NISHIKORI
[32]J.CHARDY v F.VOLANDRI
T.ITO v M.EBDEN
M.KLIZAN v A.FALLA
[Q] v [5]J.TSONGA
Einen grösseren Kontrast gibt es nicht. Der ruhige und faire Cilic und der unangenehme und sich grenzwertig aufführende Matosevic. Cilic wird wird mit ihm fertig werden.
Tsonga spielt sich in Winston Salem noch von Runde zu Runde. Er musste nach einer Begegnung mit einem Wasserhydranten in Toronto mit etlichen Stichen oberhalb des Knies genäht werden. Das scheint schnell verheilt zu sein.
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[8]J.TIPSAREVIC v [WC]G.RUFIN
B.BAKER v J.HAJEK
[Q] v [Q]
C.STEBE v [29]V.TROICKI
[19]P.KOHLSCHREIBER v M.LLODRA
G.DIMITROV v B.PAIRE
M.KUKUSHKIN v J.NIEMINEN
X.MALISSE v [9]J.ISNER
Tipsarevic spielt gegen einen Franzosen, der von der Wildcardmauscheleitauscherei der grossen Tennisnationen profitiert. So bleibt man unter sich.
Dimitrov vs. Paire ist auch so eine unglückliche Paarung. Einer der beiden muss verlieren. Wahrscheinlich Paire. Er steht mal wieder völlig neben sich.
Wer Isner zugelost bekommt, hat schon halb verloren.
[13]R.GASQUET v A.MONTANES
J.MELZER v [Q]
[WC]S.JOHNSON v R.RAM
E.GULBIS v [21]T.HAAS
[28]M.YOUZHNY v G.MULLER
T.KAMKE v [WC]L.HEWITT
[Q] v D.GIMENO-TRAVER
K.ANDERSON v [4]D.FERRER
Ferrer hat Nadals Platz bekommen. (Eigentlich Murray, aber Ferrer ist durch Nadals Absage auf 4 gesetzt.
Ich glaube nicht mal, dass Nadal fehlen wird. Das Spektakel Tennis ist grösser, als der einzelne Spieler. So war es immer und so wird es immer sein.
Ein wichtiges Turnier ohne Hewitt mit Wildcard gibt es nicht. Mit Australien getauscht.
Gulbis vs. Haas. Wieder zwei Spieler, die nicht so früh gegeneinander spielen sollten. Aber Gulbis will ja starke Gegner, weil ihm das hilft sich zu konzentrieren. Seine Konzentration wird er brauchen.
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[7]J.DEL POTRO v D.NALBANDIAN
B.BECKER v R.HARRISON
L.KUBOT v L.MAYER
T.ROBREDO v [26]A.SEPPI
[20]A.RODDICK v [Q]
C.BERLOCQ v B.TOMIC
E.ROGER-VASSELIN v F.FOGNINI
G.GARCIA-LOPEZ v [10]J.MONACO
Del Potro vs. Nalbandian.
Argentinien weint. Auch mir gefällt es nicht.
Aber es gibt immerhin die Aussicht auf ein Zweirundenmatch mit Roddick und Tomic.
[14]A.DOLGOPOLOV v J.LEVINE
M.BAGHDATIS v [Q]
S.DARCIS v M.JAZIRI
S.STAKHOVSKY v [18]S.WAWRINKA
[31]J.BENNETEAU v O.ROCHUS
[WC]D.NOVIKOV v J.JANOWICZ
R.DUTRA SILVA v[Q]
P.LORENZI v [2]N.DJOKOVIC
Stakhovsky der unermüdliche Kämpfer für gerechtere Preisgelder, wird mit einem schwierigen Gegner bestraft. Extremfeministen werden das gerecht finden.
Ich würde gerne Janovicz gegen Djokovic sehen. Der junge Pole kennt keine Angst und hat ein gefährliches Spiel.
Man hat es gehört. Aber nicht so stark wie erwartet. Ich hoffe, keiner ist verletzt und die Schäden halten sich in Grenzen. Bin froh, dass es vorbei ist.
Steve Johnson def. Ernests Gulbis 6-7(3), 7-6(5), 6-3, 6-4.
Was soll ich sagen?
Ich hatte schon meine Bedenken. Wenn es kein abgeklärter Veteran ist, dann ist es ein junger Wilder.
Ob man es als Entschuldigung gelten lassen kann, dass Gulbis ein sehr langes und hartes Match gegen Haas in den Knochen steckte. Dass es heute unmenschlich heiss in New York ist, so dass man den Spielern sogar eine längere Pause beim Seitenwechsel zugesteht.
Steve Johnson ist ein bulliger Kerl, der mit Wildcard bei den US Open spielt. Ein Collegespieler, den man nie im Leben für ein Jahr jünger als Gulbis halten würde.
Er hatte mit Ram ein leichtes Erstrundenlos, stand nur zwei Stunden auf dem Platz. Gulbis gegen Haas fast vier.
Ich will es kurz machen. Gulbis hat es vermasselt.
Nach dem gewonnenen ersten Satz, hätte er nie den Tiebreak im zweiten verlieren dürfen. Die ganze Zeit schlägt er souverän auf und gibt dann mit Doppelfehler ab. Damit hat er den Haudrauf Johnson aufgebaut.
Es ist ein Teufelskreis in dem der Lette schon viel zu lange steckt. Heute hätte er mal wieder die Gelegenheit gehabt, diesen zu durchbrechen.