Sonntag, 1. Juli 2012

Wimbledon - Von nun an wird es langweilig

Ich weiss nicht, ob ich alles zusammen bekomme, was die erste Woche Verrücktes passiert ist.

So stand Federer am Rand einer Niederlage gegen einen manisch spielenden Benneteau. Der Franzose ist erst im letzten Moment eingebrochen, sonst könnte Federer zusammen mit Nadal Urlaub machen.

Milos Raonic, der fünfte Favorit der Buchmacher, meinte nach seiner Zweitrundenniederlage gegen Querrey, er hätte seine Lektion gelernt. Welche genau, bleibt sein Geheimnis.

Der absolut gleich spielende Querrey bekam es sofort wieder mit einem seines Schlages zu tun. Er unterlag Cilic im zweitlängsten Match von Wimbledon. Es dauerte aber nur 5 Stunden und 31 Minuten.

Florian Mayer brauchte 5 Sätze gegen Jerzy Janowicz und wehrte zwei Matchbälle ab. Der 21 Jahre alte polnische Qualifikant umarmte Mayer trotzdem vor lauter Freude über seine herausragende Leistung in Wimbledon. Er ist auch Gulbis um den Hals gefallen.

Karlovic beklagte sich in seiner Pressekonferenz nach seinem Match gegen Murray, dass die Linienrichter ihm 10 Fussfehler gegeben hätten, nur um ihn aus der Konzentration zu bringen. Er fühlt sich betrogen.

Murray spielte Freitag Abend gegen die Sperrstunde. Baghdatis hatte es nicht nur mit einem ununterbrochen grimassierenden und schimpfendem Gegner zu tun, es wechselte mit dem Schliessen des Daches auch ein Grossteil des Publikums. Jede Menge Rowdies aus der Queue, die sich zuvor schon in Stimmung getrunken hatten.

Da ist es nur noch eine Fussnote, dass Gilles Simon, als frischgewähltes Mitglied der Spielervertretung gegen das gleich hohe Preisgeld für die Damen bei den Grand-Slam-Turnieren wetterte.

Zitiert

"I beat Thomas Berdych, a high seed and former finalist, in my first match. I lose to a qualifier in my second. Say, this Wimbledon is my career writ small."

Mittwoch, 4. Juli 2012

27 Grad Celsius im Schatten

Stufen1

Freitag, 6. Juli 2012

Wimbledon - Federer im Finale - Er schlägt Titelverteidiger Djokovic 6-3, 3-6, 6-4, 6-3 - UPDATE - Murray nach 74 Jahren der erste Brite in einem Wimbledon-Finale



"When I lost to Tomas Berdych (in 2010), everyone was like 'how can we survive a Wimbledon final without you?'"

Schlimmer noch. Wie wird Tennis ohne ihn sein?

Aber erst einmal hat er Djokovic in seine Schranken verwiesen. Auf zähes Verteidiungstennis kann man verzichten.

Hier mehr vom Match.

UPDATE:

Habe ich gesagt, dass Murray ein schweres Los hat? Ich sollte nicht nachplappern, was andere sagen.

Tsonga hörte sich nicht besonders zuversichtlich an, vor dem Halbfinale gegen Tsonga. War das letztes Jahr nicht genauso gegen Djokovic? Wenn ein Spieler mit einer so negativen Einstellung in ein Match geht, dann hat er verloren, bevor es los geht.

Sonntag, 8. Juli 2012

Wimbledon - Bonus



Manchmal sind Spieler grösser in der Niederlage als im Sieg.

Wimbledon - Federer Champion

Roger Federer def. Andy Murray 4-6, 7-5, 6-3, 6-4.

Was für ein Finale.

Fast zwei Sätze sah es aus, als ob Federer verlieren würde. Und wen hätte das überrascht? Er hatte jede Menge Probleme während des Turniers und den Local Hero als Finalgegner.

Federer ist jetzt wieder die Nummer eins und hat alle, wirklich alle Rekorde eingestellt. Ich hätte das nie für möglich gehalten.

Montag, 9. Juli 2012

Wimbledon - Das Tennis hat gewonnen



Wie immer, wenn Federer gewinnt.

Es passiert nicht mehr ganz so oft in einer Zeit, in der Tennis zunehmend zu einer Ausdauerleistung geworden ist.

Hier eine Zusammenfassung auf Youtube vom Finale.

Und so sah es der britische Boulevard mit grossartigen Fotos.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Ein guter Satz

Umag

Verdasco hatte Rückschlag gewählt.

Über dreissig Grad im Schatten am späten Nachmittag und eine extreme Luftfeuchtigkeit.

Vier Turniere finden zur Zeit statt, aber Gulbis hat sich Umag ausgesucht. Aber was heisst schon ausgesucht.

Ob er überhaupt in Europa auf Sand spielen würde, wenn er nicht gehofft hätte, dass es mit Olympia noch klappt?

Gulbis war schon nach einer halben Stunde komplett durchgeschwitzt* und der unsichere Start liess das schlimmste erwarten.

"He is losing with talent", meinte der Kommentator, der mit ein paar mehr Bonmots aufwartete.

Im zweiten Satz kam der Physio und bearbeitete seine Schulter. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Danach lief es besser.

"All because Gulbis decided to stick his head back to his shoulder."

So überraschend ist es nicht, dass ein Spieler sich nach einem verhunzten ersten Satz fängt. Aber in dem Fall doch, weil er zu viel schwitzte. Er liess sich auch recht bald ein mit Eis gefülltes Handtuch geben, um sich runterzukühlen.

Ich glaube trotzdem, dass er zu sehr dehydrierte, denn im dritten Satz ging nicht mehr viel.

In seiner Box sah ich neben seinem Physio Novotny, seiner Mutter und seiner jüngsten Schwester, auch den früheren österreichischen Tennisprofi Stefan Koubek sitzen, der so viel ich mal mitbekommen habe, bei Bresnik arbeitet. Gulbis muss sich also weiter mit verschiedenen Coaches behelfen.

Positiv war, dass er trotz der schwierigen Bedingungen kämpfte. Es war zwar nicht zu erwarten, dass er an dem auf eins gesetzten, fünf Jahre älteren Spanier vorbei ins Viertelfinale zieht. Aber wenn man Fähigkeiten wie Gulbis besitzt, ist es trotzdem enttäuschend, wenn immer wieder nicht mehr dabei herauskommt.

*Auch bei Verdasco dauerte es nicht viel länger. Er verliess nach dem zweiten Satz den Platz, um zusätzlich zum Hemd auch seine Shorts zu wechseln.

Samstag, 14. Juli 2012

Zitiert

He’d be interested in Gulbis, but he said Gulbis probably doesn’t listen to his coach and that’s why he’s not as good as he could be.

As far as Gulbis, I bet a lot of coaches would like to get their hands on that level of talent. Put a Roddick-like head on Gulbis and we are talking multiple Major’s.

Mittwoch, 18. Juli 2012

Winning Ugly - Gulbis im Viertelfinale von Gstaad

Gstaad

Er müsste mal gegen Raonic spielen.

Es war nicht so, wie Paire sagt. Es gab viele Ballwechsel, die er oft genug gewonnen hat. Dazu ist es Sand, da geht es nicht, jemanden wegzuschiessen.

Immer wenn Gulbis spielt, gibt es kein normales Match. Natürlich waren die Bedingungen auf diesem Court 1 entsetzlich. Man hört dort alles, was auf dem Center Court passiert. Am schlimmsten war die laute Musik von dort in den Pausen.

Denken die Veranstalter wirklich, die Zuschauer würden ohne diese Beschallung einschlafen? Zusätzlich gab es immer wieder Böen, die den Sand heftig aufwirbelten.

Bei Gulbis braucht es ja nicht viel, um ihn vom Kurs zu bringen. Das Match gegen Paire war keine Ausnahme. Der Franzose ist nur ein Jahr jünger als Gulbis und hat sich erst dieses Jahr in den Top-100 etabliert.

Aber er hat es drauf, den Ball irgendwie zurückzuschlabbern und damit das Tempo rauszunehmen. Um es kurz zu machen. Gulbis hat, wie schon gegen Volandri, nicht wirklich gut gespielt. Er hätte dieses Match in zwei Sätzen gewinnen können, hat aber wieder zu viele unnötige Fehler gemacht, dafür aber unglaubliche 15 Breakbälle abgewehrt.

Sein Gegner im Viertelfinale ist nicht, der auf drei gesetzte Schweizer Stan Warwrinka, sondern mit Mathieu wieder ein Franzose. Hoffentlich dann auf dem Center Court.

Hier viele Fotos von Gstaad. Da müssen sich andere Turniere mehr anstrengen, um Zuschauer zu locken.

Ernests mit neuem Outfit.

Freitag, 20. Juli 2012

Licht und Schatten - Gulbis verspielt Halbfinale von Gstaad

Paul-Henri Mathieu def. Ernests Gulbis 6-4, 1-6, 6-4.

Es fällt auf, dass der Spieler, der zuerst aufschlagen muss, oft im Nachteil ist. Darum wählen sie auch fast alle Rückschlag.

Gulbis konnte Mathieu sofort den Aufschlag abnehmen und verlor danach nur 5 Punkte bei eigenem Aufschlag.

Aber es war absehbar, dass es so nicht weitergehen würde, denn auch Mathieu brachte seine Aufschlagspiele immer sicherer durch.

Der 30 Jahre alte Franzose spielt nicht unähnlich wie Gulbis, nur mit weniger Power. Ich habe einen engen zweiten Satz erwartet, vielleicht sogar Tiebreak. Aber Ernests konnte sein gutes Spiel nicht fortsetzen.

Er vergab das erste Spiel im zweiten Satz und danach war es mit seiner Sicherheit vorbei. Trotzdem war der Satz umkämpfter als es das Ergebnis vermuten lässt.

Der Regen kam dann zu spät für Gulbis, denn er konnte sich bis zum Anfang des dritten Satzes wirklich fangen. Erst nach der Regenpause war er ruhiger. Aber Mathieu ist zu routiniert, um sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen.

Natürlich zeigte Gulbis seine Frustration auf dem Platz. Am Ende reichte er dem Schiedsrichter, mit dem er ziemlich bald Meinungsverschiedenheiten hatte, nicht die Hand. Etwas, das selbst bei ihm selten vorkommt.

Positiv war seine kämpferische Einstellung. Negativ, dass er sich nach wie vor nicht ausreichend konzentrieren kann. Wie schnell er den Faden verliert, zeigt nur, wie fragil seine Selbstsicherheit immer noch ist.

Mathieu hat das Turnier in Gstaad vor fünf Jahren einmal gewonnen. Ihm und auch Gulbis liegt die Höhenlage, die die Bedingungen etwas flotter macht.

Das nächste Turnier ist Kitzbühel, wo für mich überraschend, auch Kohlschreiber spielt. Praktisch alle Spieler, die sich für Olympia qualifiziert haben, lassen die kommende Woche aus.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Tennis bei Olympia

Es wird in Deutschland praktisch nichts davon übertragen. Von Peking wurde kein einziges Match im Fernsehen gezeigt. Vielleicht das Finale, aber ich glaube nicht. Streams gab es noch so gut wie keine.

Es dreht sich schon wieder alles um Murray, ist ja auch wieder Wimbledon. Es fühlt sich ein wenig an wie der Film "Und täglich grüsst das Murmeltier". Nur durch Nadals Absage, hat sich das Drehbuch ein wenig geändert. Aber sonst drehen sich Medien und Fans im Kreis.

Murray liess schon vor Wochen verlauten, dass eine Goldmedaille gleich viel oder sogar mehr wert sei wie ein Grand-Slam-Titel. Was der sich einreden kann.

In der Vergangenheit interessierten sich nicht alle Topspieler für die Olympischen Spiele. Sampras hat nie nur einmal daran teilgenommen. Tennis war, ausser am Anfang, lange Zeit nicht olympisch. Man wollte nur Amateure bei den Spielen.

Aber da es dieses Mal in London, sprich Wimbledon ist und für die Rekorde anscheinend auch eine Goldmedaille langsam interessant zu werden scheint, sind alle dabei, die fit sind. So viel ich weiss, haben nur Florian Mayer und Mardy Fish freiwillig verzichtet.

Das Feld besteht nicht, wie bei einem Grand-Slam-Turnier aus 128 Teilnehmern, sondern nur aus 64 und wird zusätzlich durch fragwürdige Wildcards verwässert. Das ganze wird in einer Woche durchgezogen.

Es wird auch nur über zwei Gewinnsätze gespielt, was die Chancen für einen Zufallssieg erhöht und wer erinnert sich an Olympiasieger im Tennis?

Ich weiss gerade noch, dass Nadal letztes Mal gewonnen hat, aber wer davor in Athen und Sydney? Von den Silber- und Bronzemedaillen ganz zu schweigen.

Natürlich ist es für die Spieler etwas besonderes ihr Land zu vertreten. Aber das kennen sie schon vom Davis Cup. Bleibt also nur die grosse Party, die man ungern verpasst. Aber wie gesagt, es kommt im deutschen Fernsehen nicht oder so gut wie nicht vor.

Das war nix in Kitz

Gulbis hatte in seinem Erstrundenmatch gegen Andreas Haider-Maurer schon grosses Glück.

Er gewann nach Abwehr von einem Matchball auch, weil sein Gegner mental und körperlich im dritten Satz einbrach.

Der Kommentator brachte es auf den Punkt. Talent für drei und ein echter Charakter. Es wäre schön so jemanden in den Top-10 zu haben, dann könnte man wenigstens was erzählen.

Gulbis scheint ernstere Probleme mit der rechten Schulter zu haben, wie man bei den Behandlungspausen sehen konnte. Aber er erwähnte es nach seinem Match gegen Haider-Maurer nicht.

“The conditions were tough because of the heat,” Gulbis told Austrian broadcaster ORF. “The ball bounced unpredictably sometimes ... It was a close match, a few crucial points were decisive.”

Heute standen für ihn gleich zwei Matches auf dem Programm, weil gestern wegen Regen nicht gespielt werden konnte.

Man hätte hoffen können, dass ein Tag ohne Match hilft und dass er wenigstens gegen den wahrscheinlich nicht nur mir unbekannten Brasilianer Dutra Silva gewinnt. Aber ich war skeptisch, dass er unter den Umständen zwei Matches würde packen können.

Was auch immer ihn davon abgehalten hat, heute gegen einen schlagbaren Gegner zu gewinnen, viel Zeit hat er nicht sich zu regenerieren, bevor es nach Toronto geht.

Hier ein Album mit Fotos von Kitzbühel.

Nachtrag:

Laut einem lettischen Artikel wird Gulbis wegen seiner Schulter pausieren und sich danach in Österreich für die Qualifikation für Cincinnati vorbereiten.

Samstag, 28. Juli 2012

Exhibition - Court on Canvas: Tennis in Art



Der Bildband liegt einer Ausstellung zu Grunde.

Der Fokus der Künstler lag übrigens auf der Darstellung der Frauen.

Court on Canvas: Tennis in Art

Tennis_Art


Tennis_Art_1


Ein sehr schöner Bildband, der nicht nur kunstgeschichtlich interessant ist.

Man erfährt wie Tennis anfangs gedacht war. So war es die erste Gelegenheit für junge Frauen der Mittel- und Oberschicht, sich ausgiebig körperlich zu betätigen und brachte auf zwanglose Art und Weise die Geschlechter zusammen.

Aber es dauerte nicht lange, bis es richtiger Wettkampfsport wurde. Für Frauen und Männer. Viele Turniere haben eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.

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