Sonntag, 1. Mai 2011

Madrid - Vorschau

Alles hofft auf einen Showdown auf Sand zwischen Nadal und Djokovic. Kann der bislang beste Spieler dieses Jahres, die Nummer eins auf seinem Lieblingsbelag entthronen, das ist die Frage. Hier die Auslosung. Heute werden schon einige Erstrundenmatches gespielt. Inzwischen überlappen sich die Turniere immer mehr.

Madrid ist wegen seiner Höhenlage eines der schnelleren Sandplatzturniere. Aber das Wetter könnte das wieder ausgleichen. Ähnlich wie letztes Jahr ist in Madrid nicht viel von Frühling zu spüren. Seit Tagen ist es kühl und regnerisch und es soll noch eine Weile so bleiben.

Nadal wird zufrieden sein, dass das Turnier dieses Jahr nicht direkt vor den French Open gespielt wird. Die Umstellung fand er immer unangenehm. Unangenehmer dürfte er finden, voraussichtlich schon in Runde drei auf Del Potro zu treffen.

Der liebenswürdige Argentinier hat sich diese Woche in Estoril endgültig in Topform gebracht und dort den Titel gegen Verdasco geholt.

Auf Federer wartet in Runde zwei der junge Aufsteiger Milos Raonic. Der Kanadier kommt auf Sand besser zurecht als man erwarten konnte. Er steht jetzt in den Top-30, wurde aber auf dem Weg dorthin, noch selten geprüft.

Gestern in Estoril, gab er im Halbfinale ausgerechnet gegen Verdasco, Stichwort real tennis, nach verlorenem ersten Satz wegen Rückenproblemen auf. Vielleicht nur eine Vorsichtsmassnahme, vielleicht hat er aber auch schon zu viel gespielt.

Raonic hat es eilig in der Rangliste nach oben zu kommmen. Nicht unverständlich, denn dadurch könnte er vermeiden, bei den nächsten grossen Turnieren früh auf Topspieler zu treffen.

Ob eine Entscheidung richtig oder falsch ist, weiss man oft erst hinterher. Aber die gestrige Aufgabe zeigt, dass es vielleicht doch zu ehrgeizig war, sich für alle Sandplatzturniere vor Roland Garros zu melden. Estoril war sein drittes in Folge. Hier noch ein Foto von gestern. Man beachte seine enormen Beine.

Murray ist in Djokovics Hälfte gelandet. Davon abgesehen, ist seine Auslosung ganz gut. Wir erinnern uns, dass der Schotte das Finale von Monte Carlo nur mit einer schmerzstillenden Kortisonspritze spielen konnte. Man wird sehen, ob die Zeit reichte, seine Ellenbogenprobleme vollständig auszukurieren.

Auch Djokovic kommt mit einem neuen Titel nach Madrid. Er hat sein Heimatturnier in Belgrad gewonnen und bleibt damit in diesem Jahr ungeschlagen.

In der Vergangenheit hatte er immer wieder mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen, die ihn daran hinderten, die entscheidende Hürde für grosse Titel zu nehmen. In diesem Artikel erfährt man, dass der Serbe seinen Allergien durch eine Ernährungsumstellung beigekommen ist.

Ich sage nicht zum ersten Mal, dass man Djokovic für seine Professionalität bewundern kann, auch wenn sein Spiel nicht zu den von mir bevorzugten gehört. Aber dass er Nadal auch auf Sand schlägt, kann ich mir nicht vorstellen.

Gulbis muss Madrid wegen Krankheit absagen

Als ich ihn in Monte Carlo gegen Raonic verlieren sah, dachte ich noch, wenigstens ist er nicht krank oder verletzt.

Gulbis war diese Woche in Belgrad mit Wildcard am Start. Er hatte schon in Monte Carlo die Familie Djokovic darum gebeten. Seine Auslosung war gut, aber trotzdem verlor er gleich in der ersten Runde gegen Marchenko, einen Spieler, ausserhalb der Top-100, der davor überhaupt noch kein Match auf Sand bei einem ATP-Turnier gewinnen konnte.

In der Pressekonferenz sagte Gulbis, er sei zwar enttäuscht über die Niederlage, aber froh, dass er vor Madrid noch ein Match spielen konnte.

Gulbis trainierte schon in Madrid. Das kalte und regnerische Wetter dort, dürfte einen Anteil an seiner erneuten Erkrankung haben. Sein Name findet sich immer noch im Draw. Dabei hatten die lettischen Medien die Nachricht schon gestern. In der ersten Runde hätte er Kevin Anderson gehabt und dann gleich Djokovic.

Damit kommt Gulbis schon wieder in Trainingsrückstand. Keine guten Voraussetzungen für das anschliessende Turnier in Rom und später Roland Garros.

Seine Saison kann man jetzt schon als katastrophal bezeichnen. Stand er Anfang des Jahres sogar einmal auf #21, mit einer realistischen Chance auf die Top-10, wird man ihn am Montag nur noch in den Top-70 finden. Er wird in keinem Turnier mehr gesetzt sein und muss damit rechnen schon in der ersten Runde auf einen Topgesetzten zu treffen.

Er hat nur noch den Vorteil, ab Roland Garros für längere Zeit keine Punkte mehr zu verteidigen. Auf Grund seines guten Rankings am Jahresende, kann und muss er sogar bei allen grossen Turnieren spielen. Anders käme er sonst nur noch über die Qualifikation ins Hauptfeld.

Gulbis ist nicht der einzige Spieler, der durch Krankheit oder Verletzung gehandicapt ist. Die kanadische Journalistin Stepanie Myles führt eine Liste darüber auf ihrem Blog.

Vielleicht kann man sich mit dem trösten und Gulbis weiss das natürlich auch, was Tommy Haas vor ein paar Tagen in einem Interview gesagt hat:

Aber mit dem Tennis ist es ja so, dass man niemals wirklich verlernt, oder vergisst, wie das Spiel funktioniert.

Dienstag, 3. Mai 2011

Hoffen

News1

Er sagte schon in Sydney, dass er sich nicht gut fühlt.

Hoffentlich taugen seine Ärzte was. Als Federer das Pfeiffersche Drüsenfieber hatte, wurde es lange nicht diagnostiziert. Nicht nachvollziehbar, denn schliesslich gab es schon den Fall Ancic.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Madrid - Feliciano Lopez spielt das beste Tennis seines Lebens und verliert

M_Stats

Was für ein Match und das in der zweiten Runde.

Ich weiss gar nicht, ab wann ich zugeschaut habe. Lopez hätte den Sieg verdient gehabt. Ich habe ihn noch nie so gut spielen sehen. Sein attraktives, offensives Tennis wird viel zu selten belohnt.

Lopez hatte einen Matchball im letzten dieser drei verrückten Tiebreaks. Vier hätte er sich holen können, wenn er den einen Überkopfball nicht verdattelt hätte. Er konnte sogar darüber lachen. Aber sowas darf man sich gegen Federer nicht erlauben.

Federer brauchte zwei Matchbälle. Einen wehrte Lopez mit Ass ab. Es tut einem wirklich leid für den Spanier, der gleich alt wie Federer ist.

Das Publikum in Madrid scheint mir dieses Jahr gemässigter. Vielleicht kommen wegen der Wirtschaftskrise in Spanien nur noch die wirklichen Tennisfans.

Das schöne an Roger ist auch, dass er solche Siege nicht feiert.

Roddicks Kommentar zu Madrid



Unbedingt ansehen:

Andy doesn't like Mondays from Stephanie Myles on Vimeo.

Man wird Roddick mal vermissen. Auch, wenn er als Topspieler mit seinen Mätzchen bei den Schiedsrichtern oft genug durchkommt, ist er doch ein Charakter unter den sonstigen Tennisbürokraten.

Der Amerikaner ist nicht der einzige, der früh ausgeschieden ist.
Wawrinka, Dolgopolov, Youzhny, Gasquet, Verdasco und Monfils sind schon draussen.

Auch Milos Raonic ist nicht mehr dabei. Ihm nutzten gestern unglaubliche 23 Asse nichts gegen einen konzentrierten Feliciano Lopez.

Richard Gasquet hat sich nach seiner Niederlage ganz offen über das Turnier beklagt. Es gäbe nicht genug Trainingsplätze.

Dadurch, dass gleichzeitig die Damen spielen, wird es dazu schwierig mit der Spielansetzung. In den Vorrunden beginnen die ersten Matches um 11 Uhr am Vormittag und die letzten enden teilweise erst nach Mitternacht.

Auch mussten Verdasco, Del Potro, Lopez, Davydenko und Mayer nur 48 Stunden nach ihren jeweiligen Finalspielen in Estoril, Belgrad und München schon wieder antreten. Nur Djokovic bekam bis zum heutigen Mittwoch ausreichend Zeit zum regenerieren.

Man muss Madrid wirklich nicht mögen, auch wenn man nicht so weit gehen muss wie John Isner, der sich via Twitter über die fehlende Klimaanlage im Hotel beklagte. Überflüssig zu sagen, dass er am nächsten Tag verloren hat.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Madrid - BREAKING NEWS - Del Potro sagt Match gegen Nadal ab

Delpotro

Del Potro sagte nach dem Match gegen Youzhny, dass die Probleme mit der Hüfte schon in Estoril auftraten und er nicht sicher sei, ob er gegen Cilic würde spielen können.

Aber er spielte und er spielte anscheinend überlegen. So überlegen, wie er in Estoril und jetzt in Madrid auf Sand war, hätte er Nadal gefährlich werden können.

Es wird gern gesagt, dass so grosse Spieler, Del Potro ist 1,98 m gross, besonders anfällig für Verletzungen sind. Das stimmt nur teilweise.

Del Potro ist nur besonders jung, gerade mal 22 Jahre alt. Meistens treten ernsthaftere Probleme erst später in einer Karriere auf. Del Potro hatte ja schon diese langwierige Handgelenksverletzung mit anschliessender Operation.

Wie grausam dieser Sport geworden ist. Es wäre mal eine Recherche wert, zu sehen, wie das noch vor 10, 15 Jahren war. Mein Eindruck ist, dass zu viel gespielt wird. Es bleibt keine Zeit für ausreichende Regeneration. Auch das verlangsamte Spiel trägt dazu bei, dass es für den Körper belastender wird.

Was für einen Sinn macht es, dabei zuzusehen, wie nur ein paar Glückliche durchkommen? Es wird auch zunehmend langweiliger. Aber das scheint nur wenige zu stören. So lange man die Namen Nadal und Federer auf die Plakate schreiben kann, ist die Tenniswelt für die meisten in Ordnung.

Del Potro fliegt nach Argentinien zurück, um sich genauer untersuchen zu lassen.

Sonntag, 8. Mai 2011

Madrid - Bonus



Das hat Nadal von Federer abgeschaut.

Rom - Es geht schon weiter

In Rom ging es heute schon los. Letztes Jahr lag wenigstens eine Woche zwischen den beiden grossen Turnieren.

Besonderes Interesse kann ich für das Turnier nicht aufbringen. Gulbis hat, wenig überraschend, abgesagt. Man kann ihm nur wünschen, dass er sich bald vollständig erholt und nicht ganz die Lust verliert, diesen Tenniswahnsinn mitzumachen.

Milos Raonic hat gleich sein erstes Match gegen seinen alten Bekannten Fernando Verdasco spielen müssen und verloren.
Real tennis eben.

Del Potro ist bekanntlich auch nicht dabei. Wem soll man also zuschauen? Hier die Auslosung.

Madrid - Djokovic Champion

Novak Djokovic def. Rafael Nadal 7-5, 6-4.

Madrid

Ich bin wieder ein wenig versöhnt mit dem professionellen Tennis.

Nadal hat seinen Meister gefunden. Auch auf Sand. Das dritte Finale hintereinander ist er Djokovic jetzt unterlegen. Das Match war auch sehenswerter als die davor auf langsamem Hartplatz.

Nadal war trotz der zwei Rebreaks, die er im ersten Satz schaffte und der Führung im zweiten Satz, immer in der Defensive.

Djoker1

Dafür ging Nadals Siegesserie von 37 Matches in Folge auf Sand zu Ende.

Ich habe es Djokovic nicht zugetraut, auch weil er keine Woche Pause hatte, wie Nadal. Man hat es vielleicht schon vergessen. Novak hat erst letzten Sonntag das Finale in Belgrad unter schwierigen Bedingungen, es war kalt und nieselte, gewonnen. Im Halbfinale gegen Bellucci lag er gestern sogar einen Satz und ein Break zurück.

Nadal hatte, ausser der drei Sätze in seinem Halbfinale gegen Federer, keine knappen Matches.

Shining

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Grün ist meine Lieblingsfarbe.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Must Read - Neil Harman hat sich in Rom mit Ernests Gulbis unterhalten

“Every time a small wind blows it affect me,” Gulbis said. “My immune system was not good and this time I had to drink antibiotics for 3 days and didn’t practice at all. Now I feel pretty good but I didn’t practice so there is no chance for me to play in Rome. I hope to get a wild card into Nice, which should be announced on Monday or Tuesday. So, I go to Barcelona for one week practice and then hopefully Nice, Paris, Queen’s, Wimbledon.”

Rom - Nadal verliert fast sein erstes Match

Rom

Was kann man auch erwarten von einem Tag in Rom, für den ein Erdbeben vorhergesagt ist.

Nadal ist anscheinend noch traumatisiert von seiner Finalniederlage letzten Sonntag in Madrid. Wie sagte er hinterher: "The world No. 1 ranking is not in danger - it's finished. Let's not lie to ourselves, that's the reality,"

Paolo Lorenzi ist fast 30 Jahre alt und die Nummer 148 der Welt. Er gehört jetzt zum erlesenen Klub der Spieler, die Nadal einen Satz auf Sand abnehmen konnten und er war nahe daran für ein Erdbeben zu sorgen, wenn auch nicht für das vorhergesagte.

Sonntag, 15. Mai 2011

Rom - Djokovic Champion

Novak Djokovic def. Rafael Nadal 6-4, 6-4.

Diese Art von Tennis habe ich bisher noch nicht gesehen.

Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass der immer wieder mit Gesundheitsproblemen behaftete Novak Djokovic einmal das beste Tennis der Welt spielen würde?

Er war immer ein guter und ehrgeiziger Spieler. Aber erst mit einer Ernährungsumstellung kam die entscheidende Veränderung.

Jeder kennt die Szene in Harry und Sally in dem New Yorker Diner. Meg Ryan macht Billy Crystal vor, wie einfach es für eine Frau ist, einen Orgasmus vorzutäuschen und eine ältere Frau hinterher zum Kellner sagt: I'll have what she's having.

What is Novak having?, fragt sich die Tennisszene.

Zitiert

Nad


Nad_

Rafael Nadal nach dem gewonnen Halbfiniale gegen Gasquet.

Da war von seiner Indisposition nichts mehr zu sehen. Nadal wirkte in dem seltsamen Match gegen Lorenzi tatsächlich krank und war am Tag des Viertelfinales gegen Cilic mit erhöhter Temperatur aufgewacht und entschloss sich erst kurz vor dem Match zu spielen.

Laut L'Equipe hatte Onkel Toni ihm davon abgeraten. Ihn sogar daran erinnert, was nach Doha passierte, als er auch spielte, obwohl er nicht ganz gesund war.

Rom - Murray nach dem verlorenem Halbfinale

"I’m one of the best closers in tennis and I very rarely, especially against the best players, lose matches when serving,"

"But I played a bad game and I made two double faults. It was good match and I had chances to win. He played very well in the first set and I did not really get into it. I think after that, especially towards the end of the second and third sets, there was some very good tennis.

"I can compete with those guys and I am going to need to play like that and even better if I want to win the French Open,"

"So I am going to work hard over the next 4-5 days to build up to it. This has given me confidence going in now. What happened tonight in terms of finishing the match off, it will not let me down. It is the first time it has happened to me and I’ll make sure it is the last."


Die French Open gewinnen? Dass er es in Rom ins Halbfinale schaffte, hatte er auch seinem einfachen Draw zu verdanken: Gracia-Lopez, Malisse, Starace, Mayer. Djokovic hat immerhin den zweifachen French-Open-Finalisten Robin Söderling aus dem Weg geräumt.

Man sollte erwähnen, dass Murray immer noch sehr unreif ist, das zeigt sein Verhalten auf dem Platz. Was für ein hässliches Geschimpfe und Gefluche immer.

Er hatte früher schon mal mehr Geduld. Da hat er dann auch gewonnen. Aber Murray scheint es inzwischen immer mehr zu frustrieren, dass er die letzte grosse Hürde, anders als Djokovic, nicht nehmen kann.

Rom - Djokovic ist immer noch nicht zu schlagen. Nicht von Andy Murray

Novak Djokovic def. Andy Murray 6-1, 3-6, 7-6(2).

Ich bin jetzt offiziell Djokovic-Fan.

Nach einem vergleichsweise schnellen ersten Satz steigerte sich Murray oder besser gesagt, Novak liess nach. Sein erster Aufschlag war weg.

Der Serbe muss doch fertig sein von jetzt 38 hintereinander gewonnen Matches, davon 36 allein in diesem Jahr. Und es sah ab dem zweiten Satz danach aus, als ob Murray der Glückliche sein würde, der davon profitiert, dass ihn die Kräfte verlassen.

Der dritte Satz war der reine Wahnsinn. Als Murray mit Break führte, wollte ich nicht mehr zusehen, nur um ein paar Minuten später auf dem Scoreboard zu sehen, dass Djokovic zurückgebreakt hatte. 4-4.

Aber da er praktisch stehend k.o war, konnte Murray ihn wieder breaken. 5-4 für den Schotten. Er brauchte das Match nur noch in Ruhe auszuservieren. Aber was macht er? Er leistet sich zwei seiner nur vier Doppelfehler. 5-5. Tiebreak. Murray musste jetzt zeigen, ob er es drauf hat.

Um es kurz zu machen, Murray lag sofort mit Minibreak zurück und danach war es eine Hinrichtung. Auch wenn Tiebreak immer eine Art Lotterie ist und oft eine sehr ungerechte, war das Ende dieses Mal gerecht.

Novak wollte nicht verlieren, er kämpfte im wahrsten Sinn des Wortes bis zum Umfallen.

Montag, 16. Mai 2011

Rom - Bonus



Mir gehen die Superlative aus für Djokovics Tennis. Der Clip zeigt nicht annährend, wie überragend er gespielt hat und wie intensiv das Match war.

Dienstag, 17. Mai 2011

Nizza - Extra Bonus

Nizza - Bonus

Nice - Gulbis respire - Un Victoire pour le Letton

Ernests Gulbis def. Fabio Fognini 3-6, 6-3, 6-3.

Ich habe erwartet, dass Ernests sich nach so langer Zeit schwer tut. Aber dass, man ihm seine Erkrankung noch so anmerkt, habe ich ich nicht erwartet.

Dieser Husten zwischendurch und dieses seltsame Geräusch, das aus seinen Lungen kommt, wenn er beim Aufschlag ausatmet.

Man konnte ihm vor allem zu Beginn des Matches die Unsicherheit ansehen, aber spätestens ab dem zweiten Satz, kam er kam immer besser ins Match und wirkte sehr entschlossen.

Fognini hat natürlich mitgeholfen. Der Italiener war zwar sehr engagiert, so ist er unheimlich schnell auf den Beinen und bringt einiges zurück, aber letztendlich spielt er nicht in der selben Liga wie Gulbis.

Nach dem Match wurde Ernests kurz auf dem Platz interviewt. Die gutmeinende Französin erntete einen irritierten Blick von ihm, als sie sagte, er habe Anfangs traurig ausgeschaut. Er schien nicht zu verstehen, worauf sie hinaus will.

Er antwortete, es fehle ihm lediglich an Vertrauen, weil er so lange nicht spielen konnte und krank war. Sein Spiel sei noch da. Im Training geht es gut. Wenn er ein paar Matches gewinne, sei alles möglich. Dann bedankte er sich noch bei der Turnierleitung für die Wildcard.

Morgen spielt er gegen Denis Istomin.

Nizza - Fognini vs. Gulbis

Nice1

In Nizza haben sie Gulbis die von ihm erbetene Wildcard gegeben. Sehr freundlich von den Franzosen. Sonst wären es für ihn fast vier Wochen ohne Match vor den French Open.

Sein Gegner in der ersten Runde ist der Italiener Fabio Fognini. Ein unberechenbarer Spieler und definitiv noch hitzköpfiger als Gulbis.

Auf Sand haben sie nur einmal gegeneinander gespielt. Beim Davis Cup 2008. Gulbis hat glatt in drei Sätzen gewonnen. Manche Leute interessieren sich für solche Statistiken. Ich finde, es ist Schnee von gestern. Aber für den Spieler ist es ein kleiner psychologischer Vorteil, wenn er weiss, er hat den anderen schon einmal bezwungen.

Hier noch ein Foto vom zweifellos temperamentvollen Italiener. Es wurde am Tag nach seiner Niederlage in Rom gegen Wawrinka gemacht. Er nahm dem Schweizer immerhin den ersten Satz ab, danach soll er sich nur noch echauffiert haben.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Cary-Grant-Gedächtnismoment



Schöne Haare, schöne Hände, schönes Tennis.

Nizza - Gulbis arbeitet sich ins Viertelfinale

Ernests Gulbis def. Denis Istomin 6-3, 4-6, 6-3.

Man hörte während des gesamten ersten Satzes vom angrenzenden Center Court Anfeuerungsrufe für Julien Benneteau. Auch als der Franzose schliesslich verloren hatte, gaben die Leute immer noch keine Ruhe.

Sie skandierten Benneteau, Benneteau und sangen lauthals die Marseillaise. Fast hätte Gulbis deswegen seine Führung eingebüsst. Er liess sich davon so irritieren, dass er Doppelfehler machte und Breakball abwehren musste. Aber ich will nicht jammern, schliesslich bekam er von den Franzosen eine Wildcard.

Nach dem mit Doppelbreak gewonnenem ersten Satz, hätte er das Match in zwei Sätzen gewinnen können. Aber Istomin riskierte immer alles, wenn er Breakball gegen sich hatte. Dass er vier davon abwehren konnte, machte ihn immer mutiger und Ernests verliess immer mehr sein erster Aufschlag.

Irgendwie schaffte er ein Break im entscheidenden Satz und konnte seinen Aufschlag halten. Eine knifflige Situation gab es noch, aber er wehrte den Breakball ab und dann war es endlich vorbei. Bevor er den Platz verliess, gab er lange Autogramme. Das Publikum hatte ihn sehr unterstützt.

Langsam. Ganz langsam kommt Gulbis zurück ins Tennis. Dass er es ins Viertelfinale schafft, konnte man nicht erwarten. Auch heute war es wieder winning ugly.

Morgen geht es gegen Tomas Berdych.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Nizza - Berdych im Halbfinale - Mehr Gutes als Schlechtes für Gulbis

Tomas Berdych def. Ernests Gulbis 6-1, 6-4.

Gulbis verkaufte sich im zweiten Satz besser. Er konnte sogar mit Break in Führung gehen, aber nach so langer Pause kann man nicht erwarten, dass er einen Top-10-Spieler schlägt, der von sich selber sagt, er spiele inzwischen sein bestes Tennis.

Ernests stemmte sich so gut es ging gegen das Rebreak. Wehrte insgesamt 10 Breakbälle ab, schaffte es aber nicht im Match zu bleiben, weil einerseits sein zweiter Aufschlag katastrophal war und er andererseits noch nicht wieder 100 % fit ist. So rutschte er mehr als einmal aus.

Dennoch überwiegt das Positive. Er hat drei sehr kompetitive Matches spielen können und geht jetzt nicht völlig unvorbereitet nach Paris.

Grossartig war auch das Publikum in Nizza, das ihn immer mit aufmunterndem Beifall unterstützt hat.

Freitag, 20. Mai 2011

Roland Garros - Die Auslosung

Nadal (1) v Isner
Giraldo v Andujar
Cuevas v Q
Q v Davydenko (28)
Querrey (24) v Kohlschreiber
Ljubicic v Devvarman
Tursunov v Malisse
Monaco v Verdasco (16)

Fish(10) v Mello
Gimeno-Traver v Haase
Chardy v Dimitrov
Russell v Simon (18)
Baghdatis (27) v Gil
Brown v Q
Q v Q
Becker v Soderling (5)

Nadal sagt, er sei nicht der Favorit.

Kein Murray und kein Del Potro in seinem Viertel. Nur sein alter Widersacher Söderling eventuell im Viertelfinale. Aber den hat er die letzten paar Mal geschlagen.

Dustin Brown dürfte es eher in die zweite Runde schaffen, als der viel höher gerankte John Isner. So ungerecht ist das Los.

Murray (4) v Q
Q v Q
Clement (WC) v Volandri
Berrer v Raonic (26)
Dolgopolov (21) v Schuettler
Haider-Maurer v Sweeting
Kamke v Rochus
Reister v Troicki (15)

Almagro (11) v Q
Tomic (WC)v Berlocq
Starace v Q
Kunitsyn v Mayer (20)
Anderson (32) v Mahut
Chela v Smyczek (WC)
Roger-Vasselin (WC) v Q
Q v Melzer (8)

Wann hat Murray eigentlich mal kein Glück? Nur Qualifikanten, bevor er in Runde drei möglicherweise auf Milos Raonic trifft. Vielleicht helfen dem kanadischen Aufschlagwunder die neuen schnelleren Bälle, denn automatisch kommt er nicht dahin.

Jürgen Melzer eliminierte den Schotten im letzten Jahr. Doch der Österreicher hat eine Rückenverletzung. Er meinte vor ein paar Tagen, sein Start sei nur zu 70 % sicher. Roddick, Gonzalez, Ferrero, Nalbandian, Robredo, Berankis sagten schon vor der Auslosung verletzungsbedingt ab.

Ferrer (7) v Nieminen
Benneteau v Machado
Nishikori v Lu
Q v Stakhovsky
Llodra (22) v Q
Petzschner v Zverev
Mannarino v Rufin (WC)
Q v Monfils (9)

Wawrinka (14) v Q
Q v Maximo Gonzalez
Serra v Andreev
Hajek v Tsonga (17)
Tipsarevic (29) v Dabul
Dodig v Riba
Millot (WC) v Teixeira (WC)
Lopez v Federer (3)

Wie viel Pech hat doch Feliciano Lopez oder soll man vielleicht eher Federer bedauern? Der Spanier hat ihn in Madrid fast geschlagen, hatte sogar Matchball. Wie weit wird Federer überhaupt kommen, das scheint inzwischen die Frage.

Auch Philipp Petzschner mit Losglück. Monfils ist nicht ganz in Form, seit er in Madrid aus Versehen etwas Käse gegessen hat. Der Franzose musste danach Rom absagen. Djokovic ist demnach nicht der einzige Spieler mit einer Lebensmittelunverträglichkeit.

Berdych (6) v Q
Fognini v Istomin
Haas v Q
Kendrick v Garcia-Lopez (30)
Cilic (19) v Ramirez-Hidalgo
Hewitt v Montanes
Brands v Kukushkin
Go Soeda v Youzhny (12)

Gasquet (13) v Stepanek
Q v Granollers
Gabashvili v Seppi
Golubev v Bellucci (23)
Del Potro (25) v Karlovic
Gulbis v Kavcic
Paire (WC) v Hanescu
De Bakker v Djokovic (2)

Es ist etwas überraschend, dass Tommy Haas sein Comeback im Einzel ausgerechnet in Roland Garros geben will. Aber was hat er zu verlieren?

Gulbis hat nur mit seinem Erstrundenlos Glück. Er hätte leicht einen gesetzten Spieler zugelost bekommen können. Aber ab der zweiten Runde wird es unschön.

Alle waren überrascht, dass Del Potro nicht abgesagt hat. Madrid und Rom konnte er nicht spielen, weil er sich in Estoril einen 8 mm grossen Muskelfaserriss zugezogen hat. Eigentlich kann er nicht in Topform sein, denn so lange wird er noch nicht wieder trainieren.

Danach bekäme er mit Djokovic, den zur Zeit unbezwingbarsten Spieler. Es heisst sogar, er sei im Moment der erfolgreichste Sportler überhaupt. Wird ihn überhaupt jemals wieder wer schlagen? Djokovic selbst sagt, er sei nicht unschlagbar, denkt aber das Gegenteil.

Sonntag, 22. Mai 2011

Roland Garros - Gulbis noch nicht in ausreichender Form

Latvian Ernests Gulbis struggled to beat a virus in time for his first round match against Blaz Kavcic, who hit nine aces in a 6-1, 6-4, 6-2 win over one hour and 56 minutes.

Es war schon in Nizza augenfällig, dass Ernests noch nicht wieder in ausreichender Form ist. Aber anders als Fognini und Istomin hat Kavcic ihm keine Geschenke gemacht. Er witterte seine Chance und hat sie genutzt.

Kavcic ist 24 Jahre alt und hat bis jetzt noch nie von sich reden gemacht. Die Hoffnung, dass Gulbis wenigstens die erste Runde gegen den ungesetzten Slowenen übersteht, war schon nach wenigen Minuten vernichtet. Mit 9 Doppelfehlern und 55 unforced errors kann man keine Matches gewinnen.

Hoffentlich wendet sich das Blatt noch mal zum Besseren für den Letten.

E-G-

Hier der Artikel den Carole Bouchard nach dem kurzen Gespräch mit Gulbis für L'Equipe geschrieben hat.

Nachtrag:

In diesem Album finden sich Fotos vom Ende des Matches und vom Aufwärmen davor.

Montag, 23. Mai 2011

Roland Garros - Tomas Berdych, Halbfinalist vom letzten Jahr und sechs der Setzliste, verliert in 5 Sätzen gegen französischen Qualifikanten - UPDATE - Raonic scheitert an Berrer

Stephane Robert def. Tomas Berdych 3-6, 3-6, 6-2, 6-2, 9-7.

Tomas führte zunächst mit Break im letzten Satz und hatte sogar Matchball.

Nur drei Tage nach seinem Halbfinale in Nizza, musste der Tscheche schon wieder auf den Platz. Wenigstens war er so klug, in Nizza Almagro gewinnen zu lassen.

Die Zeit war also kurz, um sich an die Bedingungen in Paris zu gewöhnen. Berdych hätte als Topspieler gar nicht erst in Nizza aufschagen sollen.

Aber auch ein humanes Draw, bedeutet nicht automatisch das Viertelfinale. Gerade französische Aussenseiter können in Paris besonders giftig sein, auch wenn sie schon 32 Jahre alt sind und nur auf Platz 140 der Welt stehen. Überflüssig zu erwähnen, dass das Stadion zum Hexenkessel wurde.

Update:

Michael Berrer def. Milos Raonic 6-4, 4-6, 6-3, 6-4.

Die ersten French Open und gleich gesetzt mit einer netten Auslosung. Viele sahen Raonic schon in der dritten Runde gegen Andy Murray.

Michael Berrer ist inzwischen 30 Jahre alt und wahrlich kein Sandplatzspezialist, aber er muss gut gespielt haben. Anscheinend lief beim Kanadier von Anfang an nicht viel zusammen. Es spielt sich eben leichter, wenn man nicht der Favorit ist.

Dienstag, 24. Mai 2011

Roland Garros - Nadal schon wieder am Rand einer Niederlage

RolandGarros

Rafael Nadal def. John Isner 6-4, 6-7(2), 6-7(2), 6-2, 6-4.

BREAKING NEWS - ISNER SCHLÄGT NADAL IN ERSTER RUNDE ROLAND GARROS

Eine Schlagzeile, die nicht mal ich sehen wollte.

Die Spieler haben keine Angst mehr vor Nadal. Jeder spürt seine Verunsicherung und versucht sein Glück.

Ausgerechnet der 2,06 Meter-Mann John Isner, der nur von seinem Aufschlag lebt und dazu alles andere als eine gute Saison hat, bringt den fünffachen French-Open-Champion an den Rand einer Niederlage.

“I didn’t have many chances to break and when you play against these kinds of players the pressure is there all the time. You have to play very safe all the time. So I couldn’t play freely for the whole match, it was tough and I’m very happy to be through.”

Die US-Amerikaner wären ausgerastet, wenn es dazu gekommen wäre. Ihr Tennis steckt so sehr in der Krise, dass sie auch diese zwei gewonnenen Sätze, als Triumph verkaufen werden.

Sie haben mit dem 29 Jahre alten Mardy Fish, im Moment gerade noch so, einen Spieler in den Top-10. Kein junger Spieler weit und breit, der als Hoffnungsträger taugt.

Roland Garros - Bonus

Milos Raonic - in photos from Stephanie Myles on Vimeo.

In seinem Match gegen Michael Berrer. Ungewohnt Raonic so am Jammern zu sehen. Anscheinend war das vor seinem Run immer seine Art.

Er hat auch endlich längere Shorts von Lacoste bekommen. Raonic hat so kräftige Beine wie ein Tyranosauros Rex.

Mai

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Mai_5


Mai_6

Der Flieder ist schon fast verblüht.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Tennisjournalisten vs. Blogger

Es ging wohl damit los, dass bei den amerikanischen Turnieren, zunehmend Blogger eine Akkreditierung bekommen haben. In Europa ist das natürlich ganz anders.

"We are very sorry, we have been asked by the International Tennis Writers Association not to release the transcripts of post-match interviews this year so as not to disadvantage the reporters here at the French Open. You can find many of the relevant quotes in the articles posted on our website."

Ich hatte mich schon gewundert, warum ich kein Transkript von Berdychs Pressekonferenz finden konnte. Allerdings war das kurze Video davon aussagekräftig genug.

Mir gehen Blogger und Tennisjournalisten ziemlich gleich auf die Nerven. Die einen, wie die anderen schlampen, dass es nicht mehr feierlich ist.

Anfangs war ich auch von einigen der amerikanischen, bzw. englischsprachigen Tennisblogger angetan, bis ich gemerkt habe, was für Fanatiker darunter sind.

Die ewigen sexuellen Anzüglichkeiten einer FortyDeuce etwa, gehen mir auf den Geist. Ebenso ihre unflätigen Beschimpfungen bestimmter Spieler. Aber es ist ja alles nur Spass und sie ist dem Anschein nach, erfolgreich damit.

Die Journalisten sind natürlich auf Seriösität bedacht, auch wenn sie ihre Ware verkaufen müssen, vergreifen sie sich doch nie im Vokabular und die besten wissen tatsächlich mehr über das Tennis im allgemeinen, als jeder Blogger. Was nicht bedeutet, dass sie immer besser informiert sind.

Dass sie so weit gehen, die schnelle Veröffentlichung von Transkripts von Pressekonferenzen der Spieler zu verhindern, zeigt nur, wie schlecht es den traditonellen Medien, vor allem in den USA, geht. Die zum Teil guten und zum grossen Teil weniger guten Blogger sind zur Konkurrenz geworden.

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