Allerdings nur im Finale der hochdotierten Exhibition in Abu Dhabi. Jemand meinte, Federer habe lustlos und müde gewirkt.
Eigentlich könnten die beiden gleich eine Zweimann-Tour aufziehen. Man sollte sie nonstop, so lange gegeneinander spielen lassen, bis es dem
letzten zum Hals raushängt.
In Doha geht es also weiter. Auch Gulbis beginnt dort seine Saison. Ich könnte jetzt über seine
Auslosung jammern, aber ich habe anderes.
Vor ein paar Tagen gab es in der englischen Times einen Artikel über ihn zu lesen. Gulbis erzählt, dass er, obwohl er im letzten Jahr 600 000 Dollar zusammengespielt hat, immer noch mit einem Minus abschliesst.
Man braucht sehr viel Geld (für Coach, Physio, Reise- und Verpflegungskosten)*, wenn man überhaupt eine Chance haben will, ganz vorne mitzuspielen.
[several of] the top 20-30 in the world, they don’t have sponsors, they can’t compete with the top guys because they have it all. Es zeichnet Gulbis aus, dass er auf diese Tatsache immer wieder hinweist. Die Presse macht es nämlich nicht. Die stellt Spieler wie Federer und Nadal lieber als Naturwunder hin.
Gulbis wäre nicht Gulbis, wenn er in einem Interview nicht noch für
einen Brüller Erheiterung sorgte. Darauf angesprochen, dass ihn manche Leute wegen seines Äusseren manchmal mit einem Penner vergleichen, antwortete er:
But if I cut my hair and shave, I look 17 and then no women at the age of 26 will be interested in me,
Wahrscheinlich müsste sich auch ein Björn Borg heute solche Fragen gefallen lassen. Aber Ernests gab sich unbeeindruckt:
I am not one of those who want 10,000 creams rubbed into my face or my hair. I am a real man.
Es wird nicht nur in Doha gespielt. In
Brisbane bekommt es Florian Mayer in der ersten Runde mit dem ungezogenen australischen Nachwuchstalent Bernard Tomic zu tun. Tomic wurde dafür
kritisiert, dass er sich zu schade dafür war, bei den Play-offs für eine Wildcard für die Australian Open mitzumachen und stattdessen ganz selbstverständlich damit rechnet, eine angeboten zu bekommen.
Auch Marin Cilic der Titelverteidiger von
Chennai, hat ein schweres Erstrundenlos. Er muss gegen Kei Nishikori aus Japan ran, dem neuen Schützling von Brad Gilbert.
*Ich habe überlegt, wann und mit wem es angefangen hat, personell aufzurüsten. Es könnte Agassi gewesen sein. Noch ohne etwas Grosses gewonnen zu haben, hatte er schon als junger Spieler Millionen-Dollar-Werbeverträge, die es ihm möglich machten, ständig mit einem eigenem Team unterwegs zu sein.
Federer erwähnt hin und wieder, dass seine Familie grosse (finanzielle) Opfer auf sich genommen habe, um ihn zu fördern. Nadals Familie ist, wie die von Gulbis, wohlhabend. Auch die von Murray und Roddick sind keine Armen. Wobei für Murray die Million Jahresgehalt für Brad Gilberts Dienste vom britischen Verband bezahlt wurde.
Manche vielversprechenden Spieler, werden auch von einflussreichen Sportagenturen gefördert, die sie unter Vertrag nehmen. Was ein zweischneidiges Schwert ist. Es hilft auch, aus einem Land mit einem reichen Verband zu kommen.