Ich habe das erste Mal mein Subnotebook mitgenommen, um unabhängiger von launischen Hotelcomputern zu sein.
Es ist auch schon vorgekommen, dass ich abends im Büro eines Hoteldirektors am Computer sass, nur um ein paar Dinge zu lesen, weil der in der Lobby nicht richtig funktionierte.
Nach Los Angeles fing die wirkliche Hitzeschlacht in Washington erst an. An 50 Tagen hatte es in der US-amerikanischen Hauptstadt schon Temperaturen von 90 Grad Fahrenheit und mehr. Das sind 32 Grad Celsius! Dazu kommt noch eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Die Luftverschmutzung belastet noch zusätzlich.
Gulbis spielte an einem der heissesten Tage, auf einem der heissesten Plätze sein Zweitrundenmatch gegen Illya Marchenko. Temperaturen von weit über 40 Grad sind auf einem Hartplatz dann die Regel. Einem Hitzschlag nahe, musste er zu Beginn des zweiten Satzes aufgeben. Anscheinend übergab er sich im Locker Room und liess sich sogar im Krankenhaus behandeln.
David Nalbandian, der ja zusammen mit ihm im winterlichen Argentinien trainierte, scheint sich besser akklimatisiert zu haben, denn er zeigte sich in Bestform und gewann das Turnier überlegen.
In Toronto war es zunächst nur wenig kühler.
Heute wird das Viertelfinale gespielt und wieder ist Nalbandian dabei. Der 28 Jahre alte Argentinier war lange immer wieder verletzt und wirkte auch oft unmotiviert. Jetzt dürften ihn seine Gegner wieder fürchten.
Wie er immer über sich selber lachen muss.
Ernests schaffte es immerhin in die zweite Runde, wo er Robin Söderling nur deswegen unterlag, weil er physisch nicht mehr mithalten konnte. Wenigstens ist sein Tennis jetzt wieder da. Nur die Kondition muss noch besser werden.
Steve Tignor hat sich nach dem Match mit dem beliebtem Letten unterhalten und danach einen seiner lesenswerten Artikel geschrieben.
Tignor meint immer noch, dass Gulbis der amerikanischste Spieler aus Osteuropa ist. Er hat sein Auftreten schon früher mit dem der reichen, selbstbewussten und entspannten Collegetpyen verglichen, die es so anscheinend nur in den USA gibt. Vielleicht sind ihm noch keine europäischen Aristokraten über den Weg gelaufen.
Ob Tignor den lettischen Artikel kennt, in dem Ernests sagt, dass er die USA nicht besonders mag? Lettland ist ein europäisch-nordisches Land, auch wenn es lange Teil der früheren Sowjetunion war. Darum wirken Letten auf mich auch wenig osteuropäisch.
Toronto ist das erste Masters-Series-Turnier. Deshalb sind auch Federer, Nadal und Djokovic erstmals wieder mit dabei.
Federer, der vor ein paar Tagen 29 Jahre alt wurde, soll nach Wimbledon ein 5-wöchiges Konditionstraining absolviert haben.
Ich habe Roger gestern ein wenig bei seinem Match gegen Llodra zugeschaut. Ganz mühelos war der Sieg nicht und heute trifft er mit Berdych ausgerechnet auf den Spieler, der ihn in Wimbledon so früh eliminierte.
Was gibt es sonst noch?
Andy Roddick ist nicht mit am Start. Er lässt sich medizinisch untersuchen, unter anderem auf Borreliose. Ich bin gespannt, ob sie bei ihm eine Ursache für seinen Energiemangel finden. Seit Montag ist Roddick nicht mehr in den Top-10. Es ist das erste Mal seit 1973, dass die USA keinen Spieler mehr in den Top-10 haben.
Zum Schluss noch ein kurzer, aber dafür umso amüsanterer Artikel aus Toronto über Gulbis mit Fotos zum Totlachen. Er ist schon sehr drollig. Seit er wieder auf der Tour ist, wird nonstop über ihn berichtet. Es ist unmöglich alles zu verlinken.
Wenn Federer dieses Viertelfinale verloren hätte, wäre Berdych neben Nadal der einzige Spieler, der ihn drei Mal in Folge schlagen konnte.
Als Federer im 3. Satz mit Break zurücklag, habe ich mich von dem Match verabschiedet. ich wollte nicht mitansehen, wie Berdych ihn vielleicht sogar mit Doppelbreak schlägt.
Es war wie David gegen Goliath. Nur, dass David Goliath nicht erledigen konnte.
"Berdych, you suck." Hat auch jemand gerufen. Dabei ist man in Kanada und nicht in Rom.
Es ist kein Geheimnis, dass ich übergrosse Spieler nicht mag. Es sieht einfach Scheisse nicht gut aus. Dass Berdych immer nur mit Kappe* spielt, macht die Sache auch nicht besser. Aber er bewegt sich besser als alle anderen dieser Liga.
Ich habe heute Vormittag dann nicht schlecht gestaunt, als ich auf der ATP-Seite das Resulat sah, denn Federer wirkte zunehmend machtloser gegen die rohe Kraft, die Berdych zelebrierte. Es ist eben immer erst vorbei, wenn es vorbei ist.
*Ich will schon lange einen Artikel schreiben, der Die Deppenkappe heissen soll.
Eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, dass Gulbis Nalbandian für die erste Runde zugelost bekommt. Aber ausnahmsweise hat er mal Glück gehabt. Zumindest teilweise. Denn in der 3. Runde wartet schon Andy Murray.
Wenn er überhaupt so weit kommt. Ich halte es eher für unwahrscheinlich, dass der Lette seinen Konditionsrückstand inzwischen aufholen konnte.
Ist Cincinnati nicht das Turnier, bei dem sie immer die grossen Ventilatoren neben den Sitzen der Spieler aufstellen?
Es wird auf jeden Fall sehr heiss sein. Vielleicht wird einem der Sportfotografen dann wieder ein solches Foto gelingen.
Andy Roddick findet sich auch im Draw. Die medizinische Untersuchung hatte ergeben, dass er die letzten Monate an einer milderen Variante des Pfeifferschen Drüsenfiebers gelitten hat.
Die tückische Viruserkrankung hat schon manche Tenniskarriere beeinträchtigt, wenn nicht sogar beendet.
Murray hat seinen Titel souverän verteidigt. Seit Agassi 1995 gelang das hier keinem mehr.
Vielleicht hatte er ein klein wenig Glück, dass Nalbandian schon so viele Matches gemacht hatte und müde war. Aber gegen Nadal und Federer spielte er überlegen.
Das Match war ohne Rhythmus durch die vielen Regenunterbrechungen. Eigentlich war es kein Regen sondern infernalische Wolkenbrüche.
Gulbis tat sich relativ schwer mit dem fast gleichaltrigen Amerikaner. Hier steht ein wenig über den Spielverlauf.
Dazu muss man wissen, dass Donald Young fast ausschliesslich auf der Challenger-Tour unterwegs ist. Ich kenne ihn nur als den Typen, der immer wieder Wildcards bei den grossen US-amerikanischen Turnieren bekommt. Und er spielt mit Kappe.
Aber anscheinend war Young selbst für die nationalistischen Amerikaner nicht interessant genug, um ihn zusammen mit Gulbis auf einen Showcourt anzusetzen.
Auch die heutige Zweitrundenbegegnung des Letten mit dem Österreicher Jürgen Melzer, immerhin die Nummer 15 der Welt, wurde auf einen Nebenplatz angesetzt. Zu viele Amerikaner sind noch im Turnier. Auch das eine oder andere Doppel mit ihnen findet auf den Hauptplätzen statt. Man nimmt gerade noch Rücksicht auf die Top-5.
Allerdings interessiert man sich neben Fedal*, wenig für Spieler aus anderen Nationen. Die Pressekonferenz von Djokovic soll schwach besucht gewesen sein. Dafür tweetete eine amerikanische Aushilfsbloggerin für Pete Bodo, dass sie den halben Tag auf ein Interview mit Rafa gewartet hat. Recht so, Rafa.
Für Gulbis, wird Melzer ein Härtetest. Der 29 Jahre alte Österreicher spielt dieses Jahr sein bestes Tennis. Zusammen mit Petzschner wurde er dazu Wimbledon-Champion im Doppel. Nur, dass er in Toronto überraschend in der ersten Runde ausgeschieden ist, lässt vermuten, dass er noch nicht auf Hartplatz angekommen ist.
Steve Tignor pickt Gulbis sogar für das Halbfinale. Aber jeder, der ihn hin und wieder liest, weiss, wie schlecht seine Vorhersagen sind.
Update:
Hier ein paar Fotos. Ernests konnte trotz Doppelbreak im 2. Satz das Match nicht ausservieren.
Aber der Schotte ist einer der besten Verteidiger im Tennis. Er bringt alles zurück. Auch, wenn er noch so genervt, verzweifelt und am Rande der Erschöpfung scheint. Man ahnt, dass er diese Art zu spielen in Spanien gelernt haben muss.
Gulbis hatte genug Breakchancen in den letzten beiden Sätzen, um das Match für sich zu entscheiden. Aber er scheiterte an einem Spieler, der vielleicht sogar wider alle Vernunft dieses Match auf Teufel komm raus nicht verlieren wollte. Gulbis machte aber, trotz seines grossartigen Spiels, immer mehr eigene Fehler. Auch im Tiebreak hätte er nie so zurückfallen dürfen.
Für den Letten war es trotzdem ein gutes Turnier. Es hätte einen nicht gewundert, wenn er es nicht mehr geschafft hätte, bis zu den US Open in eine passable Form zu kommen. Aber so darf er zuversichtlich sein. Er kommt immer näher heran, die Top-Spieler zu schlagen.
Murray dagegen, könnte bei den US Open nicht mehr der allerfrischeste sein. Denn was bedeutet ein Viertel- oder Halbfinale in Cincinnati, für einen Spieler wie Murray, gegen den Titel bei einem Grand-Slam-Turnier? Aber er kann, ähnlich wie Nadal, einfach kein Match verlieren.
Ernests Gulbis def. Jürgen Melzer 6-7 (8), 6-3, 7-6 (5).
Knapper kann man ein Match nicht gewinnen. Oder verlieren. Es kommt ganz auf die Perspektive an.
Ich bin nur froh für den Letten, dass es nicht wieder einer seiner berühmten beautiful losses wurde. Er ist jetzt nach seiner zweimonatigen Verletzungspause nicht nur wieder zurück auf der Tour, sondern auch zurück im Wettbewerb.
Melzer kam bis zum 3. Satz zu keinen Breakchancen. Aber da wurde es, nach einigem hin und her, auch Gulbis hatte Breakbälle, für den Letten richtig eng. Zweimal schlug er gegen den Matchverlust auf. Insgesamt wehrte er drei Matchbälle ab. Zwei davon in Folge.
Als Melzer im Tiebreak mit 4-0 in Führung ging, hätte keiner mehr auf den nicht unbedingt für seine Nervenstärke bekannten Letten gesetzt, aber Gulbis holte alles zurück und verwandelte seinen ersten Matchball. 21 Asse feuerte Ernests Melzer um die Ohren.
Heute spielt er in der Mittagshitze die 3. Runde gegen Andy Murray. Der Schotte hatte gestern seinerseits auch mehr Mühe als erwartet. Er konnte im 2. Satz das Match gegen Chardy nicht ausservieren und musste in den Entscheidungssatz.
Der Champion von Toronto ist auf Hartplatz einer der schwersten Gegner überhaupt. Aber wenn Gulbis so spielt, wie gestern gegen Melzer, dann hat er alle Chancen der Welt, wie schon vor zwei Jahren, das Viertelfinale zu erreichen.
Hier noch die Highlights von den gestrigen Viertelfinal-Matches.
Mardy Fish def. Andy Murray 6-7(7), 6-1, 7-6(5)
Fast hätte es Murray wieder geschafft ein knappes Match zu gewinnen. Aber Fish hat im Tiebreak besser aufgepasst als Gulbis. Nie und nimmer war der Schotte nach dem Gulbis-Match dehydriert, sonst hätte er gegen Fish nicht so rennen können.
Bei mir ist Murray wieder unten durch. Kein überflüssiges Wort am Netz für Fish, nur ein kurzer, kalter Händedruck. Zu Gulbis sagte er gar nichts. Ein schlechter Verlierer.
Nach seiner demütigenden Niederlage im Finale der Australian Open gegen Federer, schien er tatsächlich umgänglicher. Aber kaum schlägt er Roger im Finale von Toronto, ist er wieder so, wie man ihn von Anfang an kennt.*
Murray hat praktisch gegen alle Spieler, ausser Nadal, eine positive Bilanz. Trotzdem hat er noch kein Grand-Slam-Turnier gewonnen.
Probleme bekommt er neben Nadal, am ehesten gegen starke Aufschläger, wie Berdych, Söderling oder eben Serve-&-Volley-Spieler wie Fish, der ihn dieses Jahr schon zwei Mal geschlagen hat.
*Murray tut es nicht gut, dass ihm seit seinen Teenagerjahren die gesamte britische Sportpresse den Arsch küsst.
Auch sonst traut sich von den Journalisten kaum einer, ihn zu kritisieren. Vielleicht weil er die zukünftige Nummer eins sein könnte, wenn Nadal und Federer mal richtig nachlassen.
loreley: Ich habe bei Safran Foers Buch schon viel lachen müssen. Das habe ich nicht erwartet.
Hans: Amerikaner können auch über triste Themen unterhaltsam schreiben.
loreley: Ich bin erst am Anfang. Aber es soll Leute geben, die richtig Angst haben, das Buch zu lesen.
Hans: Dabei ist die Thematik bekannt. Oder hast du schon was gelesen, das du noch nicht wussest?
loreley: Es gibt immer Details, die man so noch nicht gehört hat oder die man vergessen hat. Aber er packt es sehr geschickt an.
Hans: Inwiefern?
loreley: Naja. Er erzählt nicht nur Fakten, sondern auch eine persönliche Geschichte. Es ist ein emotionales Buch. Ich bin beim Kapitel Scham.
Hans: Ich habe Dir doch von Hans Wollschläger und seinem Essay erzählt? Tiere sehen Dich an.
loreley: Ich kenne nur den Titel. Aber Kafka muss es auch so gegangen sein. Er hat sich gegenüber den Tieren geschämt. Wie wir mit Tieren umgehen, sagt auch viel darüber aus, wie wir mit Menschen umgehen oder anders gesagt, wie wir fähig sind mit Menschen umzugehen.
War Juan Martin Del Potro jetzt anwesend, als das Draw gemacht wurde? Seinen Titel kann er nicht verteidigen, aber wenigstens kann er seit ein paar Wochen wieder trainieren.
Rafael Nadal ESP (1) v Teymuraz Gabashvili RUS
Maximo Gonzalez ARG v Denis Istomin UZB
Gilles Simon FRA v Donald Young USA
Tobias Kamke GER v Philipp Kohlschreiber GER (29)
Feliciano Lopez ESP (23) v Santiago Giraldo COL
Rainer Schuettler GER v Qualifier
Sergiy Stakhovsky UKR v Peter Luczak AUS
Qualifier v Ivan Ljubicic CRO (15)
David Ferrer ESP (10) v Alexandr Dolgopolov UKR
Benjamin Becker GER v Daniel Brands GER
Jarkko Nieminen FIN v Daniel Gimeno-Traver ESP
Jeremy Chardy FRA v Ernests Gulbis LAT (24)
David Nalbandian ARG (31) v Qualifier
Florent Serra FRA v Florian Mayer GER
Pere Riba ESP v Qualifier
Fabio Fognini ITA v Fernando Verdasco ESP (8)
Nadal tut sich bislang nicht leicht auf Hartplatz. Ich finde, er hat nicht nur die schwierigere Hälfte, sondern auch gleich eines der schwierigeren Viertel erwischt. Mit Gabashvili hat er dazu einen aufschlagstarken Erstrundengegner.
Gulbis hat, wie könnte es auch anders sein, nicht mal ein einfaches Los für die erste Runde. Chardy spielt ein nicht unähnliches Tennis, aber er ist noch unbeständiger als der Lette. In Toronto hat Chardy es bis ins Viertelfinale geschafft und Murray in der zweiten Runde von Cincinnati einen Satz abgenommen.
Wenigstens muss sich Verdasco noch vor Gulbis mit dem gefährlichen Nalbandian abplagen und dürfte wahrscheinlich den kürzeren ziehen.
Andy Murray GBR (4) v Lukas Lacko SVK
Ruben Ramirez Hidalgo ESP v Dustin Brown JAM
Juan Ignacio Chela ARG v Yen-Hsun Lu TPE
Mikhail Kukushkin KAZ v Stanislas Wawrinka SUI (25)
Sam Querrey USA (20) v Bradley Klahn USA
Marcel Granollers ESP v Andreas Seppi ITA
Guillermo Garcia-Lopez ESP v Lukasz Kubot POL
Potito Starace ITA v Nicolas Almagro ESP (14)
Mikhail Youzhny RUS (12) v Andrey Golubev KAZ
Dudi Sela ISR v Xavier Malisse BEL
Jack Sock USA v Marco Chiudinelli SUI
Frederico Gil POR v John Isner USA (18)
Radek Stepanek CZE (28) v Julien Benneteau FRA
Tommy Robredo ESP v Qualifier
Victor Hanescu ROU v Carlos Berlocq ARG
Michael Llodra FRA v Tomas Berdych CZE (7)
Murray hat ein so einfaches Draw, dass es schon fast weh tut. Wenigstens stellt sich ihm im Viertelfinale ein so offensiver Spieler wie Berdych in den Weg.
John Isner hat sich in Cincinnati einen Bänderriss zugezogen. Es ist ziemlich ausgeschlossen, dass der Marathonmann von Wimbledon antreten kann. Aber er könnte fast im Stehen weiterkommen.
Nikolay Davydenko RUS (6) v Michael Russell USA
Simon Greul GER v Richard Gasquet FRA
Kevin Anderson RSA v Somdev Devvarman IND
Tim Smyczek USA v Thomaz Bellucci BRA (26)
Gael Monfils FRA (17) v Qualifier
Igor Andreev RUS v Horacio Zeballos ARG
Janko Tipsarevic SRB v Olivier Rochus BEL
Stephane Robert FRA v Andy Roddick USA (9)
Marcos Baghdatis CYP (16) v Arnaud Clement FRA
Eduardo Schwank ARG v Robby Ginepri USA
Pablo Cuevas URU v Qualifier
Jan Hajek CZE v Mardy Fish USA (19)
Juan Monaco ARG (30) v Qualifier
Kristof Vliegen BEL v James Blake USA
Philipp Petzschner GER v Qualifier
Viktor Troicki SRB v Novak Djokovic SRB (3)
Davydenko kommt so langsam wieder in die Gänge. Das Draw hilft ihm dabei.
Die Auslosung meint es auch gut mit Roddick. Der Amerikaner könnte zusätzlich noch davon profitieren, dass er die kühlen Nightsessions spielen darf.
Baghdatis und Fish, neben Murray und Federer die besten Spieler dieser Hartplatzsaison, hatten weniger Glück. Sie könnten schon in Runde drei gegeneinander spielen.
Von Djokovic, immerhin die Nummer drei der Welt, redet kaum noch jemand. Keiner traut es ihm heuer konditonell zu, sehr weit zu kommen.
Robin Soderling SWE (5) v Qualifier
Taylor Dent USA v Alejandro Falla COL
Thiemo de Bakker NED v Qualifier
Qualifier v Fernando Gonzalez CHI (27)
Albert Montanes ESP (21) v Michal Przysiezny POL
Carsten Ball AUS v Qualifier
Qualifier v Evgeny Korolev KAZ
Illya Marchenko UKR v Marin Cilic CRO (11)
Jurgen Melzer AUT (13) v Dmitry Tursunov RUS
Qualifier v Ryan Sweeting USA
Bjorn Phau GER v Ricardo Mello BRA
Qualifier v Juan Carlos Ferrero ESP (22)
Lleyton Hewitt AUS (32) v Paul-Henri Mathieu FRA
Leonardo Mayer ARG v Guillaume Rufin FRA
Michael Berrer GER v Andreas Beck GER
Brian Dabul ARG v Roger Federer SUI (2)
Federer und Söderling werden sich nicht beklagen, bis sie aufeinander treffen.
De Bakker verausgabt sich gerade noch in New Haven. Cilic und Melzer könnten auch ein Wörtchen mitreden. Aber nicht ernsthaft.
Wir haben die Last und die Gelegenheit, in einer Zeit zu leben, in der die Kritik an der Massentierhaltung ins allgemeine Bewusstsein gedrungen ist. Wir sind diejenigen, die man zu Recht fragen wird: Was habt ihr getan, als ihr die Wahrheit über das Essen von Tieren erfahren habt.
Jonathan Safran Foer
Das Buch hat mich sehr darin bestärkt, weiterhin kein Fleisch (und keinen Fisch) mehr aus Massentierhaltung zu essen.
Interessant finde ich diese Weltkarte, die zeigt wieviel Fleisch in den jeweiligen Ländern gegessen wird.
Von der Uhr gibt es angeblich nur 50 Stück, die angeblich alle verkauft wurden.
Hier noch ein gemeiner Artikel über Nadal im Observer. Er enthüllt nicht nur die Oberflächlichkeit und Hohlheit der amerikanischen Kultur, sondern auch deren Ignoranz gegenüber allem was nicht amerikanisch ist und am schlimmsten: er ist schlecht recherchiert.
Man konnte ahnen, dass es hart werden würde gegen Chardy. Auch wenn das H2H mit 2-0 für den Letten sprach.
Nach seinen respektablen Matches gegen Söderling in Toronto und Murray in Cincinnati, war Hoffnung aufgekeimt, dass Gulbis es gerade noch rechtzeitig vor den US Open geschafft haben könnte, in Form zu kommen.
Man sah sich getäuscht. Das extrem heisse und schwüle Wetter hatte sicher seinen Anteil an dem Trauerspiel. Aber das allein kann es nicht gewesen sein.
Dabei war Gulbis anfangs noch der bessere Spieler. Aber er liess sich mal wieder von seinen ungenutzten Breakchancen frustrieren. 5 Breakbälle wehrte der Franzose allein im ersten Satz ab. Insgesamt sollten es 8 ungenutzte Breakchancen werden.
Gulbis ist immer noch viel zu emotional und ungeduldig, um sowas einfach wegzustecken. Er baut damit nur seinen Gegner auf und schadet seiner eigenen Konzentration. Chardy beschwerte sich im richtigen Augenblick, dass Gulbis sich für seinen Aufschlag angeblich zu viel Zeit nimmt.
Den zweiten Satz hielt der Lette nur mit, um im Tiebreak jämmerlich zu versagen. Danach war klar, dass es das für ihn gewesen sein würde. Eine bittere Niederlage, einen Tag nach dem 22. Geburtstag.
Chardy war dann immerhin so anständig, seinen Sieg nicht zu sehr zu feiern. Er ahnte wohl, dass das beim Publikum nicht gut ankommen würde. Bevor Gulbis den Platz verliess, gab er sogar noch ein paar Autogramme.
Vielleicht kamen die US Open zu früh. Aber manchmal glaube ich, dass er mit dem Druck, der auf ihm lastet nicht gut umgehen kann. Nach dem vergangenem Katastrophenjahr ohne Coach und ohne jedes System, war es ihm mit Hilfe von Hernan Gumy gelungen, wieder Tritt zu fassen. Die Verletzung bei den French Open war dann ein harter Rückschlag, auf dem vermeintlich sicheren Weg in die Top-Rankings.
Der Druck und die Erwartungen werden nicht geringer werden.
Man wird Ernests erst bei den Thailand Open wiedersehen. Davor ist noch Davis Cup.
Update:
Nach dem Match konnte man erfahren, dass Gulbis sich wenige Tage vor dem Match einen Magenvirus eingefangen hatte.
Wenn man davon absieht, dass Robin Söderling 5 Sätze gegen den begeisternd spielenden österreichischen Qualifikanten Andreas Haider-Maurer brauchte, war es ein ziemlich normaler erster Tag bei den US Open.