Freitag, 20. November 2009

Zurück in die Achtziger

Ich versuche mir gerade Djokovic, Gulbis,Tsonga und Murray* darin vorzustellen.

*Murray wird man ab nächstes Jahr leider nicht mehr in eleganten Outfits von Fred Perry sehen. Die Konkurrenz machte ihm wohl ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte.

Mittwoch, 18. November 2009

ATP World Tour Finals - Draw

Genau das Gegenteil von dem, was man gerne hätte.*

Dass Roddick absagen musste, ist nur deshalb zu verschmerzen, weil Robin Söderling ihn ersetzt.

*Vielleicht doch nicht so übel, wie zuerst gedacht. Ich hätte nur gern Murray woanders gesehen.

Sonntag, 15. November 2009

Paris - Djokovic Champion

Novak Djokovic def. Gael Monfils 6-2, 5-7, 7-6(3).

Djokovic dominiert das Match nach Belieben. Der Franzose und mit ihm das Publikum scheinen sich mit der Situation abgefunden zu haben. Die Stimmung ist bei beiden gut. 6-2.

3-0. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie ein Momentum kippen kann. Novak spielt eben noch wie Federer ein Gott und urplötzlich kann man ihm ansehen, wie er anfängt an sich zu zweifeln. Monfils lässt sich nicht lange bitten. 5-7.

S'il vous plaît. Von da an ist nichts mehr vorhersehbar. Break von Novak. Rebreak von Monfils. Break. Rebreak. Tiebreak. Djokovic gewinnt das nervenaufreibende Match nach einem Doppelfehler von Monfils.

Bei der Siegerehrung bedankt er sich auf Französisch.

Hilfe, es weihnachtet schon

Fassade

Samstag, 14. November 2009

Paris - Halbfinale - Mit aller Gewalt - UPDATE - Djokovic spielt Nadal aus - UPDATE - Monfils im Finale

Novak Djokovic vs. Rafael Nadal

Hat jemand Zweifel, dass Nadal den Titel in Paris holt? Die Chance Federer bis zum Jahresende als Nummer eins abzulösen wird er nicht vergeben. Dafür lebt er schliesslich.

Almagro reichen 5 Matchbälle nicht. Robredo chokt als er zum Match serviert und gestern schenkt auch noch Tsonga mit einer unerwartet schwachen Vorstellung das Match ab.

Djokovic würde ich normalerweise nicht abschreiben. Aber er hat unglaublich viel Tennis gespielt die letzten Wochen. Er hat in Asien abgeräumt und Basel gewonnen. Ich glaube nicht, dass er noch genug Kraft für ein zähes Match gegen Nadal hat.

Gael Monfils vs. Radek Stepanek

Da ist es schon fast egal, wer von diesen beiden das Finale spielt.

Update:

Novak Djokovic def. Rafael Nadal 6-2, 6-3.

Es hat nur eine Stunde und 16 Minuten gedauert. Muss ich Djokovic jetzt Abbitte leisten?

Gegen Söderling sah er fertig aus. Nicht, dass ich viel von dem Match gesehen hätte. "My metabolism was tired", waren seine Worte. Nun, so lange er selbst nicht müde ist.

Update 2:

Gael Monfils def. Radek Stepanek 6-4, 5-7, 6-4.

Donnerstag, 12. November 2009

Paris - Immer wenn man denkt, das war's, geht es erst richtig los

Nach dem Match von Safin, wollte ich gestern kein Tennis mehr sehen. Dabei wäre Gelegenheit gewesen zuzuschauen, wie Nadal ausgespielt wird.

Rafael Nadal def. Nicolas Almagro 3-6, 7-6(2), 7-5 .

Schlecht gespielt und trotzdem gewonnen, so kann man das Match von Nadal zusammenfassen. Fünf Matchbälle wehrte er gegen seinen Landsmann Almagro ab, der nach über drei Stunden mit Krämpfen in den Beinen von einem gleichfalls gezeichneten Nadal niedergerungen wurde.

Julien Benneteau def. Roger Federer 3-6, 7-6(4), 6-4 .

Von diesem Match bekam ich nur die Endphase mit. Wie viel die Atmosphäre doch ausmacht. War das Davis Cup? Nein, nur das Eröffnungsmatch von Federer gegen einen Franzosen. Die Hölle kann nicht infernalischer sein. Benneteau spielte wie im Rausch. So jemanden kann man nicht aufhalten, das musste auch Federer erfahren. Benneteau heulte wie ein Schlosshund nach verwandeltem Matchball.

Aber auch Tommy Haas und Andy Murray hatten gestern zu kämpfen.

Während es für Murray gut ausging, er besiegte James Blake 6-3, 6-7(5), 7-6(4), unterlag Haas im Tiebreak des 3. Satzes seinem Gegner Arnaud Clement.

Mittwoch, 11. November 2009

Paris - Game over



Es war dann der Schlüssel der Stadt Paris und nicht der des Stadions von Bercy.

Juan Martin Del Potro def. Marat Safin 6-4, 5-7, 6-4.

"Today I will put all my memories, all my wins and losses in a small box,"

Safin nicht so gutmütig

"I'm not defending the ATP, but what he said put it in a delicate position,"

"The ATP allowed him to win a lot of tournaments, a lot of money. It kept his secret. Why does he need to be so cruel with it?"

"If he is as fair play as he says he is, he has to go to the end,"

"You know, the ATP has a bank account and he can give the money back if he wants."

"The question is: Why did he do this? What is done is done. Does he hope to sell more books? It's absolutely stupid."


Auch mir geht Agassi inzwischen immer mehr auf die Nerven. Wer will das alles wissen.

Dienstag, 10. November 2009

Paris - Der Countdown läuft für Safin

Marat Safin def. Thierry Ascione 6-4, 4-6, 7-6(3).

Erst während des Matches füllt sich die Halle mit Zuschauern. Der erste Satz ist schnell weg. Es sieht ganz nach Routinearbeit für den Russen aus, der das Turnier in der Vergangenheit 3 Mal gewinnen konnte.

Als ein paar Fussballspieler aus dem französischen Nationalteam ihre Plätze suchen, kommt endlich Stimmung auf. Safin verliert durch die Unterbrechung die Konzentration. Sein französischer Gegner dagegen, fühlt sich animiert und spielt plötzlich munteres Tennis. Wenige Franzosen machen mehr Lärm als eine mit Schweizern vollbesetzte Halle in Basel. Ascione gewinnt den 2. Satz.

Sollte Marat etwa so sein letztes Match verlieren? Gegen Thierry Ascione, die Nummer 168 der Weltrangliste? Man kann das Gewicht auf den Schultern des Russen förmlich spüren. 2 Matchbälle für Ascione. Ein Ass und noch ein Ass. Auch einen 3. Matchball wehrt Safin so ab. Im Tiebreak ist der Widerstand des Franzosen gebrochen. Marat braucht nur einen Matchball. Seine Frist ist bis Mittwoch verlängert.

Zitiert

"Also, after a certain time, you live in a state of what feels almost like continuous stress. I want to get out of it, just so that I'm able to breathe."

Marat Safin

Ich dachte erst, es sei ein Scherz. Aber man will ihm in Bercy nach seinem letzten Match tatsächlich symbolisch die Schlüssel des Stadions überreichen. Dann kann er sein Gefängnis endlich verlassen.

Montag, 9. November 2009

Nostalgia



The first observation we must make is how young Safin looks, of course.

via Steve Tignor

Sonntag, 8. November 2009

♥ Au revoir et merci Marat Safin ♥

Marat_Safin_laughing
Image @Wiki Commons

Es war einmal in Paris.

Ein 18 Jahre junger, noch unfertiger Russe mit dem klingenden Namen Marat Safin, sitzt im Interviewraum in Roland Garros. Vor ein paar Tagen erst hat er meine Lieblinge Agassi und Guga Kuerten, den Titelverteidiger, aus dem Turnier geworfen. Schon heisst es, er sei die Zukunft des Tennis. Ich mochte ihn nicht.

Zwei Jahre später. Die US Open im Fernsehen. Wieder ein Interviewraum. Dieses Mal in Flushing Meadows. Safin hat eben im Finale Pete Sampras besiegt. Fast hätte ihm in der 2. Runde Gianlucca Pozzi, ein älterer Journeyman, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Grosjean war dann noch härter. Aber jetzt liess ein glücklicher Champion Canapés und Champagner für die versammelten Journalisten auffahren. Nie mehr habe ich später einen so lockeren und fröhlichen Marat Safin gesehen.

Er hätte dann ein Jahr lang Party gemacht, wird sogar heute noch behauptet. Ich glaube nie, was über einen Spieler gesagt wird. Ausser, er sagt es selbst. Eine Dauerparty kann es nicht gewesen sein, wenn man sich seine Ergebnisse für das Jahr 2001 anschaut. So hat Marat Safin schnell ein Image verpasst bekommen, das am Ende fast wirklicher erscheint als er selbst.

Safin hatte nie Lust den Erwartungen zu entsprechen. Am deutlichsten wurde das bei den Australian Open 2002. Der Kommentator von Eurosport wurde nicht müde zu erzählen, wie viel Lärm jede Nacht aus der Suite des Russen kommt. Seine Partygefährtinnen konnte man auf der Tribüne sitzen sehen. Zumindest eines durfte man feststellen. Subtile Schönheit ist nicht unbedingt wichtig, um als Frau bei dem Russen anzukommen.

Das Finale hat er dann verloren. Weder vorher, noch nachher habe ich einen so offensichtlich verkaterten Spieler auf dem Platz stehen sehen. Es war einfach nur jämmerlich anzusehen. Man erinnert sich heute nicht an den Sieger dieser Australian Open. Man erinnert sich nur daran, wie Marat den Sieg verschenkt hat.

Kann ein Mensch zuviel Charisma haben? Wenn er unscheinbarer gewesen wäre, würde keiner behaupten, er hätte zu wenig im Tennis erreicht. 15 Karrieretitel, davon 2 Grand-Slam-Titel und 5 Masters-Series-Siege, 2 Mal Davis-Cup-Champion mit Russland und über 14 Millionen Dollar Preisgeld sind die Bilanz. Die Nummer eins war er auch.

Ein Head Case nennen ihn die Amerikaner. Ein passendes deutsches Wort fällt mir dafür nicht ein. Es kann nicht jeder ein Streber sein. Es gibt immer einen anderen, der bereit ist mehr zu opfern. Marat konnte und wollte sich nicht verbiegen. Vielleicht erinnern sich einige an die Geschichte mit dem Nilpferd, die er eines Tages erzählte:

"I'm not fighting with myself. Oh, my God. That's how I am. You know the story of the hippo? The hippo comes to the monkey and said: 'Listen, I'm not a hippo.' So, he paint himself like a zebra. He said, 'But he's still a hippo.' He said, 'But look at you, you're painted like a zebra but you are a hippo.' So then he goes, 'I want to be a little parrot.' So he puts the colours on him and he comes to the monkey and said, 'Sorry, but you are a hippo.' This is who I am and he's happy being a hippo."

Zwei grössere Zäsuren gab es bei ihm ein. Anfang 2003 eine Handgelenksverletzung und Mitte 2005 die heikle Knieverletzung, die wahrscheinlich das Ende einläutete. Davor hatte er im Januar 2005 die Australian Open dann endlich gewonnen. Unvergessen das Halbfinale gegen Roger Federer. Wohl eines der besten Matches aller Zeiten.

Was folgte, war irgendwann nur noch eine Art von Agonie. Marat schaffte es zwar hin und wieder zu zeigen, wozu er imstande ist. So stand er 2008 völlig überraschend im Halbfinale von Wimbledon. Es sei langsamer gewesen als sonst, meinte er lakonisch.

Es begann in Paris und es wird in Paris enden. In Bercy spielt er sein letztes Match. Es wird ein etwas trauriger Tag sein. Sein Tennis, sein Charme, seine Gutmütigkeit, sein verlegenes Lächeln, die Interviews mit den typischen Bonmots werden mir fehlen. Marat Safin hat mehr gegeben, als ihm vielleicht bewusst ist.

Basel - Djokovic Champion

Novak Djokovic def. Roger Federer 6-4, 4-6, 6-2.

Es war ein Blockbuster-Finale und ich habe nur die Siegerehrung gesehen.

"Ich muss Englisch reden." sagte Djokovic.

Man glaubt kaum, wie professionell der 22 Jahre alte Serbe in jeder Beziehung ist. Es wird ihm weiteren Auftrieb geben, dass er Federer bei seinem Heimatturnier schlagen konnte.

Samstag, 7. November 2009

Immer noch schönes Wetter

Olympiaturm

Mit der Betonung auf noch.

Alles Roger diese Woche

Zumindest wenn man nach Basel schaut.

Federer tänzelt durch sein Heimatturnier als sei es nichts, mal eben 6 Wochen zu pausieren. Ich zweifle keine Sekunde daran, dass er dort zum 4. Mal in Folge den Titel holt.

Aber mein Blick geht schon nach Paris. Gestern wurde das Draw gemacht. Roddick fehlt, aber es findet sich tatsächlich Tommy Haas darin, der sich demnach hervorragend von der Schweinegrippe erholt hat.

Noch überraschter war ich, als ich Ernests Gulbis im Qualifying-Draw entdeckte. Hatte der sich nicht schon in die Off-Season verabschiedet? Der Lette wird immer unberechenbarer. Aber es erscheint mir mehr als vernünftig, dass er es in Bercy versuchen möchte.

Update:

Anscheinend ist Gulbis in Paris nicht aufgetaucht, um sein angesetztes Match zu spielen. Entweder jemand in Paris hat einen Fehler gemacht oder er hat vergessen, für die Qualifikation abzusagen.

Montag, 2. November 2009

So reagiert die Tenniswelt auf Agassis Bekenntnis

Roger Federer: “It was a shock when I heard the news. … I am disappointed and I hope there are no more such cases in future. Our sport must stay clean.”

Rafael Nadal: “Cheaters must be punished and if Agassi was a cheater during his career, he should have been punished. … To me it seems terrible. Why is he saying this now that he has retired? … It’s a way of damaging the sport that makes no sense. I believe our sport is clean and I am the first one that wants that.”

Andy Roddick: “andre is and always will be my idol. i will judge him on how he’s treated me, and how he has changed the world for better … and to be fair when andre wrote the reported letter, he was well outside the top 100 and widely viewed as on the way out”

Andy Murray: "I judge him as a tennis player; he was great, one of the best of all time. No one wants drugs in sport but everyone makes mistakes,"

Marat Safin: “One should know how to be silent, but if you are so smart you should have spoken up earlier. … You will never live to see such revelations from me. How they will escape this situation — this is the ATP’s and Agassi’s problem.”

Amer Delic: “In re to Agassi: if that’s the worst he has done than, it doesn’t take anything away from his career. He had to have the balls to come out with the truth when there was no reason other than his guilty conscience.”

Serena Williams: “I don’t even know what crystal meth is, so, you know, that’s what my reaction to it is.”

Boris Becker: If it had been made public in 1997 that Andre was using drugs, his career, and his life, would have been very different. He wouldn’t be where he is today. Maybe his career would not have survived if everyone knew that he had taken drugs, and if he was banned from the tour for a while.

Nick Bollettieri: “I don’t condone what he did. I’ve made mistakes too, but I’ve done more good than bad. … Let’s look at what Andre has done; he funds a school for 400 kids from the inner-city.

Pat Cash: Andre Agassi was a player apart from the rest. He’s always had the ability to surprise, to shock, if you like. So I was not surprised that he confessed to taking drugs this week — though I was amazed that they were of the recreational variety.

Fernando Verdasco: "He was my idol, all my life when I was a kid, and he will still be my idol," "Everyone can make mistakes. My thoughts about Andre will not change because of this."

Sonntag, 1. November 2009

St. Petersburg - Stakhovsky Champion

Sergiy Stakhovsky def. Horacio Zeballos 2-6, 7-6 (8), 7-6 (7).

Der ukrainische Qualifikant und Safin-Bezwinger Stakhovsky hatte anscheinend alle Mühe Horacio Zeballos zu schlagen. Er musste sogar einen Matchpoint abwehren.

Ich bin gespannt, wie es mit dem Argentinier weitergeht. Sein Name findet sich im Draw von Basel, wo nächste Woche die Action weitergeht.

Good Morning Munich

AH


Erich-Muehsam-Platz


Ursulakirche

Der Föhn hält sich seit Tagen.

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