Ein paar Worte zur Challenger Tour. Wer denkt, das sei sein Spaziergang im Park, der irrt.
Gulbis hat verloren, weil er nicht gut genug servierte. Er kam in der ersten Runde damit gerade noch so durch. Auch gegen den jungen Polen Jerzy Janowicz, Gulbis hat ihn vor eineinhalb Jahren im Davis Cup geschlagen, hätte er es nach einem miserablen Start im ersten Satz am Ende noch schaffen können.
Aber diese Typen können auch Tennis spielen und gegen einen wie Gulbis spielen sie dann, als wäre es das letzte Match ihres Lebens. Wahrscheinlich spielen sie sogar meistens so und reiben sich auf diese Art gegenseitig auf.
Die Bedingungen in Rom waren, wie man sie erwartet. Ein typisch italienisches schwatzhaftes Publikum. Nonstop Geräusche vom Nebenplatz. Ich dachte erst, da wird ein schwuler Pornofilm gedreht, so laut hörte man die Typen vom Nebenplatz stöhnen.
Überhaupt stöhnen. Beide Gegner von Gulbis stöhnten und ächzten wie brünftige Hirsche. Das ist ziemlich irritierend und vielleicht ist das auch der Zweck der Übung. Nicht nur Martina Navratilova sähe es gern verboten. Aber eigentlich kennt man es sonst nur bei den Damen.
Dazu immer wieder Flugzeuglärm, der mir so vorkam als würde gleich ein Eurofighter über dem Platz abstürzen. Die Anlage ist mitten in Rom, gleich neben dem Ponte Milvio. Es sieht dort idyllisch aus, ist aber wie ganz Rom einfach nur höllisch laut.
Dumm war nur, dass Gulbis nicht nur hätte gewinnen sollen, sondern auch können. Gestern hatte er am Ende Probleme mit einem Oberschenkel. Inwieweit das mit reinspielte, kann ich nicht beurteilen. Richtig gut bewegte er sich nicht.
Wenigstens hat er einiges an Matchpraxis gehabt. Ernests hat auch eine Runde Doppel mit Deniss Pavlovs aus dem lettischen Davis-Cup-Team gespielt.
Noch ein paar Fotos von seinem Physio Michal Novotny:
Ernests fliegt mit
Al Italia. Er traut sich was.
Auch heute musste er wieder lange auf
sein Match warten. Das Match von Bolelli dauerte fast drei Stunden. Nur mit Mühe setzte sich der italienische Titelverteidiger durch.