Langsam begreife ich, warum die katholische Beichte Sinn macht. Vielleicht wäre es von Agassi klüger gewesen, sich einem Priester anzuvertrauen um sein Gewissen zu erleichtern, anstatt eine Öffentlichkeit damit zu belasten, die damit nicht umgehen kann.
Sein Bekenntnis 1997 in einer Lebenskrise die Droge
Crystal Meth konsumiert zu haben und nach einem positiven Drogentest mit einer Ausrede gegenüber der ATP davongekommen zu sein, wirbelt inzwischen immer mehr Staub auf.
Vor allem in den USA nimmt man ihm in selbstgerechter Weise übel, dass er gelogen hat. Dabei kann man Agassi nicht mal vorhalten, dass die Droge ihm beim Tennis geholfen hat, denn dazu taugt Crystal Meth nicht.
Für Agassi war es dann ein heilsamer Schock. Er hat ein erstaunliches Comeback geschafft, das unter den jetzt bekannten Voraussetzungen sogar noch erstaunlicher ist. Er wurde zu dem grossen Sportsmann und Philanthropen, den wir heute kennen.
Dass er Tennis gehasst hat, hat mich im ersten Moment mehr geschockt, als seine Notlüge. Aber auch ich kenne die Geschichte seiner Kindheit. Marat Safin meinte kürzlich, er hätte mit 4 Jahren angefangen zu arbeiten. Auch Serena erzählte während der US Open, sie hasse das Training, sie hasse es sogar Tennis zu spielen, sie liebe es nur zu gewinnen.
Wir kennen fast nur die Schauseite des Tennis. Vielleicht wollte Agassi in seinem Buch einfach einmal die harte Wahrheit erzählen. Zumindest seine eigene Aber wer verträgt schon die Wahrheit?